UNTERM STRICH: Summ summ, piep piep, tatütata

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Mi, 16. November 2016

Kolumnen (Sonstige)

Warum es auch gut ist, wenn Fliegen in St. Peter Fehlalarme auslösen / Von Patrik Müller.

Feuerwehrleute haben es oft mit Tieren zu tun. Im Kinderbuch ist es die Katze, die im Baum sitzt, in der Realität ist es auch mal der Foxterrier im Abwasserrohr. Oder die flügellahme Taube, die vom Münsterplatz zum Tierarzt gefahren werden muss; 40 solcher Transporte gab es im Jahr 2015 in Freiburg. Im Schwarzwaldort St. Peter sind es Fliegen.

Das Einsatzprotokoll der lokalen Feuerwehr verzeichnet seit Mai acht Fehlalarme im Geistlichen Zentrum der Erzdiözese. In sechs Fällen sollen Fliegen schuld gewesen sein: Rauchmelder arbeiten mit einem Sensor, der Alarm auslöst, wenn sich der Lichteinfall verändert, weil Rauch vor ihm wabert – oder ein Insekt durch die Gegend flattert. Summ summ, piep piep, tatütata.

Im Verdacht steht unter anderem die Kirschessigfliege. Die ist ohnehin eine Problemfliege, eigentlich sogar eine Schadfliege: Die Weibchen legen ihre Eier in reife Früchte, den Weg durch die Schale raspeln sie sich frei. Man muss kein Winzer sein, um zu wissen, dass solche Trauben nicht mehr zum Spitzenwein werden.

Die Natur schlägt zurück. Sie zeigt uns, dass wir nicht alles kontrollieren können, dass auch Kleinvieh Mist macht. Die Internetseite http://www.cybersquirrel1.com zählt auf, dass Tiere 1588 Stromausfälle weltweit ausgelöst haben. 819 nagende Eichhörnchen führen die Liste vor 396 Vögeln an, die gegen Leitungen geflogen sind.

Es gibt unzählige Bücher und Filme, in denen sich Tiere entschließen, Menschen zu schaden. Das Thema beschäftigt uns. Die Fliegen von St. Peter sind eher lästig, vielleicht sogar nützlich. Sie weisen auf ein wichtiges Thema hin: Feuerwehrleute mögen es nicht, wenn sie ausrücken müssen und sich alles als Fehlalarm herausstellt. Sie mögen es noch weniger, Tote zu bergen. Deshalb der Appell: Kaufen Sie sich Rauchmelder! Kontrollieren Sie, ob Ihre noch funktionieren!

Aber schaffen Sie sich doch lieber eine Katze an als Kirschessigfliegen.