UNTERM STRICH: Tee oder Kaffee?

Manuel Fritsch

Von Manuel Fritsch

Do, 05. Juli 2018

Kolumnen (Sonstige)

Was wir trinken, beeinflusst Zufriedenheit und Lebenserwartung / Von Manuel Fritsch.

Du bist, was du isst – wer nur Gemüse isst, ist Vegetarier, wer auch mal Fleisch auf dem Teller hat, ist keiner. Beim Essen ist alles klar. Beim Trinken dagegen wird noch ausführlich geforscht. Ein Glas Wein kann Mal vor Herzinfarkten schützen, Mal zu einem schnellen Ableben führen. Mal sollten es mindestens 1,5 Liter Wasser am Tag sein, Mal sollte man nur dann trinken, wenn man auch Durst verspürt.

Die neuesten wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse zum Verhältnis von Wohlsein und Trinken betreffen zwei der wichtigsten Getränke: Tee und Kaffee. Australische Wissenschaftler haben laut der Website Wissenschaft aktuell herausgefunden, dass Menschen, die tagsüber schwarzen Tee trinken, zufriedener mit der Qualität ihrer Arbeit sind als Kaffeetrinker. Dafür hatten sie 95 Akademiker und Verwaltungsangestellte dreier Universitäten unter anderem nach ihrer Arbeitsleistung, der Müdigkeit und dem psychischen Befinden befragt. Die Schwarzteetrinker waren demnach deutlich zufriedener mit ihrer Arbeitsleistung und fühlten sich Abends weniger erschöpft – vorausgesetzt, sie trinken pur, ohne Milch und Zucker. Eins zu Null für den Tee.

Vier Tage später meldete dieselbe Website eine weitere bahnbrechende Erkenntnis zum Verhältnis von Trinken und Gesundheit: Kaffeetrinker leben länger. Das habe eine amerikanische Großstudie ergeben. Demnach sinkt das Sterberisiko bei einem Kaffeekonsum von zwei bis drei Tassen am Tag um zwölf, bei mehr als fünf Tassen sogar um 16 Prozent – unabhängig davon, ob man den Kaffee mit Milch und Zucker trinkt oder schwarz. Eins zu Eins.

Uns gesundheitsbewussten Trinkern bleibt also die Wahl: Zufriedenheit und ein früher Tod oder ein langes unerfülltes Leben. Ob die Alternative, während der Arbeit Tee zu trinken und sich nach Feierabend schnell sechs Tassen Kaffee reinzukippen, die ideale Lösung des Problems ist, ist noch nicht abschließend untersucht, kann aber bezweifelt werden.