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Warum ändern sich Sonnenauf- und -untergangszeiten asymmetrisch?

Valérie Labonté

Von Valérie Labonté

Fr, 26. Januar 2018 um 21:07 Uhr

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Die Umlaufbahn der Erde um die Sonne liegt in einer Ebene, die etwa 23,5 Grad gegenüber dem Erdäquator geneigt ist, wodurch die Höhe der Mittagssonne im Laufe des Jahres schwankt.

"In Freiburg erreicht sie zum Winteranfang etwa 24,5 Grad und zum Sommeranfang etwa 61,5 Grad", erklärt Astrophysiker Jo Bruls vom Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik in Freiburg. Deshalb ist es im Sommer länger hell als im Winter.
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Zudem umläuft die Erde die Sonne auf einer elliptischen Bahn: Anfang Januar kreist sie ein paar Millionen Kilometer näher um die Sonne als Anfang Juli. Je kleiner der Abstand zur Sonne ist, desto schneller fliegt die Erde an ihr vorbei. "Eine volle Erdumdrehung – der sogenannte siderische Tag – dauert etwa 23 Stunden und 56 Minuten; es fehlen also quasi vier Minuten", so Bruls. "Zwischen Mittag an einem Tag und Mittag am Folgetag vergeht aber etwas mehr als ein siderischer Tag, weil sich in dieser Zeit die Erde ein Stückchen weiter um die Sonne gedreht hat."

Über das Jahr gemittelt, beträgt die Differenz genau die fehlenden vier Minuten. Da sich die Erde im Winter aber etwas schneller um die Sonne dreht als im Sommer, sind es dann bis zu 30 Sekunden mehr. Diese tägliche Verschiebung des Mittagszeitpunktes ergibt über einen längeren Zeitraum einen spürbaren Effekt: Während die Sonne in Freiburg ihren höchsten Stand Anfang November um 12.12 Uhr erreicht, passiert das Anfang Februar erst um 12.42 Uhr.

Entsprechend verschieben sich die Zeiten für den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang. Bruls: "Weil der Vormittag und der Nachmittag gleich lang dauern, gibt es diese Verschiebung gleichermaßen bei den Zeitpunkten des Sonnenaufgangs und des Sonnenuntergangs. Das führt dazu, dass sich derzeit die Zunahme der Tageslichtdauer – etwa zwei Minuten pro Tag – vorwiegend abends manifestiert."

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