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Wie züchtet man kernlose Trauben?

swa

Von swa

Sa, 12. August 2017

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Fortpflanzung durch Ableger

Wie züchtet man kernlose Trauben?

Eine Traube dient der Rebenpflanze eigentlich als attraktive Verpackung für ihre Samen, damit diese zum Beispiel durch Vögel verbreitet werden. Ohne Samen ist eine Traube für die Fortpflanzung nutzlos. Trotzdem treten spontan immer wieder einzelne Reben auf, die kernlose Trauben oder solche mit sehr weichen Kernen tragen. Um so eine Rebe für den Traubenanbau zu vermehren, werden immer wieder Ableger von der Rebe gebildet, die Pflanze also vegetativ fortgepflanzt. So lebt die Rebe mit denselben Erbanlagen als ihr eigener Klon praktisch immer weiter. Man nimmt an, dass die Zuchtgeschichte mancher Reben, von denen heute kernlose Trauben für Rosinen geerntet werden, bis ins alte Griechenland zurückreicht. "Kernlose Sorten werden im deutschsprachigen Raum allerdings kaum angebaut", sagt Ernst Weinmann, Önologe am Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg. "Die Trauben, die man hierzulande vom Winzer kaufen kann, sind kernhaltige Sorten wie etwa Gutedel, aus denen sonst Wein gekeltert wird", so Weinmann. Die kernlosen Sorten sind zumeist frostempfindlich und können aus einem einfachen Grund nicht mit hiesigen Sorten gekreuzt werden: Ohne Kerne entstehen auch keine neuen Nachkommen.

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