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05. Juli 2012

Reform des Sorgerechts

Tagesspiegel: Zum Wohl der Kinder

Schon für Eltern, die als Paar zusammenleben, ist es nicht immer einfach, sich auf Erziehungsgrundsätze ihrer Kinder zu einigen und sie viele Jahre lang zu praktizieren. Für Eltern, die nie ein Paar geworden oder wieder getrennt sind, ist die Herausforderung noch weitaus größer. Da mag die Versuchung manchmal groß sein, den früheren Partner ganz aus dem eigenen Leben und damit auch aus der Verantwortung für das gemeinsame Kind herauszuhalten. Aber moralisch ist es weder gegenüber den Kindern noch gegenüber den Vätern zu rechtfertigen, wenn Mütter die "Erzeuger" einfach fernhalten. Außerdem ist es für Kinder grundsätzlich besser, wenn beide Eltern sich die Verantwortung für sie teilen. Deshalb setzt der am Mittwoch vom Bundeskabinett gebilligte Gesetzentwurf zum neuen Sorgerecht die richtigen Akzente. Allerdings heißt das nicht unbedingt, dass das Leben der Betroffenen so einfacher wird. Das neue Recht bekräftigt nämlich im Kern eine Verpflichtung: Es erlaubt ledigen Vätern nicht nur, sich um ihre Kinder zu kümmern – es verpflichtet sie sogar dazu. So wie es auch die Mütter verpflichtet, eine echte gemeinsame Sorge für den gemeinsamen Nachwuchs zu ermöglichen. Das kann in der Praxis völlig unterschiedlich aussehen und sehr anstrengend sein. Daran ändert das geplante Gesetz nichts. Aber Elternschaft verpflichtet nun einmal, egal in welcher Konstellation sie gelebt wird: sowohl zur Übernahme von Verantwortung als auch zum Kindeswohl.

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Autor: Bärbel Krauß