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14. Oktober 2009
Bundesbank
Thilo Sarrazins Abstieg war fällig
Sarrazin hat sich in einer so kruden und teils rassistischen Form über Zuwanderer geäußert, dass seine Degradierung bei der Bundesbank völlig berechtigt ist.
Schnell sind sie, die Alt- und Neonazis, die sich in der widerwärtigen Organisation namens NPD versammeln. Kaum war am Dienstag die Nachricht von der Entmachtung Thilo Sarrazins bekannt geworden, machte die NPD den Bundesbanker zu einer Art Märtyrer: Sarrazin, so der Tenor, müsse nur deshalb Aufgaben im Vorstand der Bank abgeben, weil er es gewagt habe, die Wahrheit über Ausländer auszusprechen. Diese Behauptung ist ebenso falsch wie das Gemisch aus Hass und Geschichtsklitterung, das die Rechtsradikalen sonst von sich geben. Sarrazin hat sich vielmehr in einer so kruden und teilweise rassistischen Form über Zuwanderer geäußert, dass seine Degradierung im Bankvorstand völlig berechtigt ist. Er ist kein Opfer einer angeblichen Meinungsdiktatur, sondern ein Scharfmacher, der die nötige Debatte erschwert – die Debatte darüber, was in der Integration schief läuft. Dass viele tausend Zuwanderer am Rande der Gesellschaft stehen, ist ja längst bekannt. Und lange vor Sarrazin haben Demokraten wie etwa der Neuköllner Bürgermeister Buschkowsky die Mängel offen angesprochen. Buschkowsky war es, der ohne die eitle, von Sarrazin gepflegte Zuspitzung darauf verwies, dass manche Migranten keine Bereitschaft zur Integration zeigen und ihre Kinder nicht fördern. Was dagegen getan werden kann: Dieser konkreten Frage ist Sarrazin bequem ausgewichen. Weshalb das Land nichts entbehrt, wenn er künftig zum Thema Zuwanderung schweigt.
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Autor: Bernhard Walker
