Glyphosat

Die Frage ist, ob Aldi auch bereit ist, den Bauern mehr für ihre Ware zu bezahlen

Margarete Schuhmacher, Freiburg

Von Margarete Schuhmacher & Freiburg

Sa, 30. Dezember 2017

Leserbriefe

Zu: "BLHV-Chef antwortet", BZ-Nachrichten-Beitrag (27. Dezember, Wirtschaft):

Respekt vor Aldi! Es tut sich was – aber immer noch viel zu wenig.

Glyphosat darf – genauso wie umweltschädliche sogenannte Pflanzenschutzwirkstoffe – nicht weiter zugelassen sein. Das Mittel unterscheidet nicht zwischen Nutz- und Schadpflanzen, es beseitigt alle grünen Pflanzen. Es sei denn, die Nutzpflanzen werden genetisch immun gemacht. Welche Auswirkungen hat Glyphosat auf die Bodenorganismen und das Grundwasser? Eine Landwirtschaft, die von Pestiziden abhängt, zerstört ihre eigenen Produktionsgrundlagen: Böden, Wasser und Artenvielfalt. Genug Gründe, um den Pflanzen- und Insektenvernichter aus dem Verkehr zu ziehen.

Wenn Aldi glyphosatfreie Lebensmittel verkauft, bekommen auch die anderen Handelsunternehmen glyphosatfreie Ware. Die Produzenten beliefern ja nicht nur Aldi. Die Frage ist, ob Aldi auch bereit ist, den Bauern ein paar Cent oder Euro mehr für ihre Waren zu bezahlen!

Zudem sollten die Discounter von dem Vorhaben, makelloses Gemüse im Überfluss anzubieten, Abstand nehmen. In Deutschland landen jährlich mehrere Millionen Tonnen genießbarer Lebensmittel im Müll. Das alles verlangt ein Umdenken bei Produzenten und Konsumenten: Weniger ist mehr!

Margarete Schuhmacher, Freiburg