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13. Oktober 2017

Sonderpädagogen

Wir brauchen endlich das Zweipädagogenprinzip

Zu: "Zu wenig Sonderpädagogen", Agenturbeitrag (Land und Region, 5. Oktober):

Zahlen zum Stand der Inklusion in Baden-Württemberg: Von 57 290 Schülern mit einer Behinderung besuchen nur 7950 eine Regelschule. Welche Auswirkungen hat ein so beschämend geringer Prozentsatz? Ist Inklusion von Schülern mit Einschränkungen im Regelschulsystem nur etwas für Bildungsfanatiker, die ein heterogenes Schulsystem befürworten, oder hat sie ökonomische Auswirkungen?

Georg Cremer, Generalsekretär des Caritasverbandes, weist in seinem Buch "Armut in Deutschland" darauf hin, dass Menschen ohne Schulabschluss Verlierer auf dem Arbeitsmarkt sind. Hans Wocken, Professor für Sonderpädagogik, spricht davon, dass Sonder- und Förderschulen für Schüler mit Einschränkungen eine "Schonraumfalle" sein können. Sie fühlen sich wohl, aber nur wenige erreichen den Hauptschulabschluss. Laut der vom Caritasverband erhobenen Statistik steigt die Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss um 0,6 Prozent, wenn der Anteil der Sonder- und Förderschüler um einen Prozentpunkt steigt.

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Eine bemerkenswerte Relation. Sie zeigt auf, dass die Integration von Schülern mit Einschränkungen im Interesse aller Steuerzahler sein müsste. Davon abgesehen sollte es auch in der sozialpolitischen Verantwortung aller Politiker sein, Menschen mit Behinderungen vor Altersarmut zu schützen. Aber alle Beispiele von gelungener Integration behinderter Schüler in Regelschulen zeigen, dass Inklusion nur gelingen kann, wenn das Zweipädagogenprinzip durchgehend eingerichtet ist: Neben einem Regelschullehrer muss ein Sonderschul- oder Heilpädagoge in eine Inklusionsklasse. Wann endlich wird das Zweipädagogenprinzip verwirklicht?Helmut Gattermann, Merzhausen

Autor: Helmut Gattermann, Merzhausen