Junge Tropfen und einige Raritäten

Beim Breisacher Weinfest können an die 400 Tropfen verkostet werden

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Mi, 22. August 2018 um 14:46 Uhr

Breisach

Ob junge und frische Weine des Jahrgangs 2017, gereiftere Tropfen oder Raritäten aus der Schatzkammer: Auch beim 62. Weinfest für die Weinbaubereiche Kaiserstuhl und Tuniberg wird die Auswahl von Freitag bis Montag, 31. August bis 3. September, wieder riesengroß sein. An die 400 verschiedene Weine stehen zur Auswahl, 21 mehr als im Vorjahr. Die Preise bleiben weitgehend stabil.

Rund 40 Winzerbetriebe
Die Besucher des Breisacher Weinfestes haben wirklich die Qual der Wahl. Denn sie können Weine von insgesamt rund 40 verschiedenen Winzergenossenschaften, Sektkellereien und Weingüter verkosten, die in 15 Weinlauben ausgeschenkt werden. Mit dabei sind alle Kaiserstühler Winzergenossenschaften, der Badische Winzerkeller Breisach, die Tuniberger Winzergenossenschaften, die Weingüter Abril aus Bischoffingen, Bercher-Schmidt aus Oberrotweil, Briem aus Wasenweiler, Engist aus Achkarren, Hiss und Friedrich Kiefer aus Eichstetten, Zimmerlin aus Bötzingen, das Staatsweingut Freiburg mit dem Gutsbetrieb Blankenhornsberg sowie das Weingut Karl Karle aus Ihringen und die Breisacher Privatsektkellerei Geldermann. Außerdem gibt es auf dem Gastronomischen Marktplatz Weine des Burkheimer Weingutes Bercher. Darüber hinaus schenken die Breisacher Hofnarren und das Gasthaus Lamm (Zirkelzelt) einige gute Tropfen aus.

Weine, Sekte, Seccos
Der Anteil der trockenen Weine liegt in diesem Jahr nur noch bei 49 Prozent, im Vorjahr waren es noch 56 Prozent. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass bei Weinfesten generell Bukettsorten wie Muskateller, Gewürztraminer oder Scheurebe gerne getrunken werden und mancher Betrieb etwas mehr auf feinherbe Tropfen setzt. Insgesamt stehen 383 Spezialitäten der Anbaubereiche Kaiserstuhl und Tuniberg zur Auswahl, und zwar von unterschiedlichen Jahrgängen, Qualitäten und Ausbaustilen. Perlweine und Sekte gibt es in diesem Jahr 54, etwas mehr als 2017. Bei den Weinen werden 157 Qualitätsweine, 118 Kabinettweine, 34 Spätlesen und 20 edelsüße Tropfen offeriert. Nur 9 Weine sind eine längere Zeit im Barriquefass gereift.

"Die Preise bleiben 2018 stabil", hat Waldemar Isele, Geschäftsführer der Kaiserstühler Wein-Marketing GmbH, die das Weinfest organisiert, bei der Pressekonferenz im Vorfeld des Festes gesagt. Ein Zehntele Qualitätswein ist also ab 1,50 Euro erhältlich, die meisten Weine kosten zwischen 2 und 3 Euro. Für außergewöhnliche Spezialitäten wie Eisweine oder eine Beerenauslese muss der Gast bis zu 5,50 Euro auf den Tisch legen.
Im Vorjahr gab es bei einigen Betrieben besondere Archiv- und Schatzkammerweine. Leider ist Waldemar Isele mit seinem Vorschlag gescheitert, dass sich alle Betriebe an der Aktion beteiligen. So wird es auch heuer nur in einigen Lauben gereifte Weine aus meist großen Jahrgängen geben. Daneben werden einige Betriebe Tropfen aus besonders großen Flaschen ausschenken.

Abschiedsweinprobe
Am Samstag, 1. September, lädt die Kaiserstühler und Tuniberger Weinprinzessin Sinja Hornecker zum Ausklang ihrer Amtszeit die Besucher des Weinfestes zu einer kleinen Weinreise durch ihr erlebnisreiches Jahr ein. Beginn der Abschiedsweinprobe ist um 16 Uhr im Zirkelzelt inmitten des Weindorfes. Für 8 Euro können Gäste an einer Verkostung mit 5 Weinen teilnehmen. Die Sitzplätze beim Zirkelzelt sind begrenzt, Karten sind im Vorverkauf bis Donnerstag, 30. August, bei der Breisach Touristik sowie ab dem Weinfest-Freitag, 18 Uhr, am Infostand im Weindorf erhältlich.

Zwei verschiedene Gläser
Auch beim Weinglas kann der Gast wählen, und zwar zwischen dem DOC-Stielglas mit dem Naturgarten Kaiserstuhl-Motiv für 2 Euro und dem großen Burgunderglas für 5 Euro. Wer besonders hochwertige Weine verkosten will, sollte die 5 Euro für das Burgunderglas nicht scheuen, da es die Aromen deutlich besser als beim kleineren DOC-Stielglas zum Vorschein kommen lässt. Eine Rückgabe der Gläser ist nicht möglich, da der Gläserverkauf zur Finanzierung der Großveranstaltung, für die kein Eintritt verlangt wird, beiträgt. Den Verkauf übernimmt erneut die Trachtengruppe "Lustige Tuniberger" aus Niederrimsingen an zwei Ständen. Auf Wein-, Sekt- und Mineralwasserflaschen wird wiederum 1 Euro Pfand erhoben. Ebenfalls gegen Pfand (1,50/2 Euro) werden Sektgläser an den Ausschankstellen ausgegeben. Während der Weinfesttage ist übrigens der Badische Winzerkeller am Samstag von 13 bis 17 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr für Kellereibesichtigungen und Weinproben geöffnet.

Weinfest und Traubenlese
Aufgrund des extrem heißen und trockenen Sommers beginnt die Traubenlese am Kaiserstuhl und am Tuniberg in diesem Jahr sehr früh. So wurden bereits Mitte August die ersten Trauben für den Neuen Süßen gelesen. Spätestens wohl am Weinfestmontag, 3. September, wird in vielen Betrieben die Hauptlese beginnen. Dies stellt Genossenschaften und Weingüter heuer vor eine besondere Herausforderung, sagt Denis Kirstein, Geschäftsführer der WG Achkarren. Dennoch freut sich auch Kirstein auf das Weinfest, "stellt es doch eine große Leistungsschau der Betriebe dar".

Das Weindorf ist während des Weinfestes am Freitag ab 18, am Samstag ab 14, am Sonntag ab 12 und am Montag ab 14 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.weinfest-breisach.de