Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

10. Dezember 2016

Neue Produktionshalle aus Holz

Die Ihringer Zimmerei Hänsler baut in Merdingen eine neue Betriebsstätte zur Herstellung von Holzbauten.

  1. Eine Großbaustelle ist der Zimmereibetrieb, der derzeit im Merdinger Gewerbegebiet hochgezogen wird. Die Firma Hänsler wird dort künftig Holzhäuser konstruieren und feierte jetzt Richtfest. Foto: mario schöneberg

MERDINGEN/IHRINGEN. Mehr Platz für die Produktion ihrer Holzhäuser hat die Ihringer Zimmerei Hänsler gesucht und ist im Merdinger Gewerbegebiet unweit des Sportplatzes fündig geworden. Beim Richtfest für die neue Produktionshalle wurde dies nun ausgiebig gefeiert.

1977 hatte Erhard Hänsler als frischgebackener Meister gemeinsam mit einem Kompagnon die Ihringer Zimmerei Mattmüller übernommen. Drei Jahre später zieht die Firma ins Ihringer Gewerbegebiet, 1981 steht auch die große Betriebshalle. 2003 tritt Sohn Wilfried Hänsler als Meister ins Unternehmen ein, drei Jahre später hat der wachsende Betrieb schon acht Mitarbeiter. Wiederum drei Jahre später übernimmt Hänsler junior den Betrieb auch formell, der Kompagnon scheidet aus. 2011 wird der Bau von Holzhäusern unter dem Label "Holz.Haus.Hänsler" ein neuer Schwerpunkt der Arbeit. Im Jahr darauf hat die Firma schon 12 Mitarbeiter, der Platz in Ihringen wird knapp.

Leider habe es für seinen Zimmereibetrieb und seine mittlerweile 15 Mitarbeiter, keine Erweiterungsmöglichkeiten am Standort in Ihringen gegeben, erläutert Wilfried Hänsler, daher sei der Entschluss gefallen, für die Holzhausproduktion eine neue Produktionsstätte zu bauen. In Merdingen fand sich hierfür ein Standort in einem fertig erschlossenen Gewerbegebiet mit guter Infrastruktur. Hier sollen künftig fünf bis sechs Mitarbeiter arbeiten und eine Holzhausmanufaktur entstehen, in der mehrere Gewerke zusammengeführt werden. Die Zimmerei, die stets auf der Suche nach weiteren geeigneten Mitarbeitern ist, soll aber zunächst am angestammten Standort in Ihringen bleiben.

Werbung


Der Zweig des Holzhausbaus habe sich immer mehr entwickelt, berichtet Firmenchef Hänsler. Nach anfangs zwei Projekten im Jahr seien es mittlerweile bis zu acht. Man baue die Holzhäuser fast ausschließlich mit regionalen Handwerkspartnern, das Angebot reiche vom Ausbauhaus bis zum schlüsselfertigen Wohnkomplex. Gebaut werden könne neben Wohnhäusern fast alles aus Holz, vom landwirtschaftlichen Stall, einer Weinflaschenlagerhalle bis hin zu schlüsselfertigen Gewerbebauten mit Betriebsleiterwohnung. Auch die eigene neue Produktionshalle baut Hänsler natürlich selbst.

Rund 800 000 Euro investiert die Firma in ihren neuen Standort, entstehen wird ein Neubau mit einer Größe von 36 mal 36 Metern, der bis zu 9,50 Meter hoch ist. Im vorderen Bereich soll der zweistöckige Bürotrakt integriert werden, die Produktionshalle hat eine Arbeitsfläche von 700 Quadratmetern. Hierin stehen dann moderne Produktionsanlagen, wie ein Schmetterlings-Tisch und eine Nagelbrücke, die für einfache und effiziente Arbeitsabläufe bei der Produktion sorgen sollen.

Heizwärme kommt aus den aufbereiteten Holzabfällen

Hinzu kommt ein separater Sozialtrakt über zwei Stockwerke. Außerdem ist ein Musterhaus mit Ausstellungsflächen geplant. Gebaut wird die Produktionsstätte komplett mit Leimbindern, hinzu kommen dreifach verglaste Lichtbänder, von welchen sich Firmenchef Hänsler enorme solare Wärmegewinne und sehr viel Helligkeit für die Halle verspricht. Die Wände in Holzrahmenbauweise seien besser wärmeisoliert, als es die Energieverordnung selbst für private Neubauten vorschreibe.

Geheizt werde mit einer Holzhackschnitzel-Anlage samt Rauchfiltertechnik mit Wärmerückgewinnung. Man presse die in der eigenen Produktion anfallenden Sägespäne zu Briketts, erläutert Hänsler, welche dann automatisch der Heizung zugeführt werden. Hierdurch verringere sich der Platzbedarf für Abfall-flächen erheblich. Zusätzlich plane man eine Photovoltaikanlage samt Speicher, so dass die neue Produktionsstätte am Ende fast ohne Fremdenergie auskommen werde. In Betrieb genommen werden soll die neue Halle im März 2017.

Autor: Mario Schöneberg