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14. Juni 2011

"Das war vor ein paar Jahren noch nicht denkbar"

Gemeinderat Merzhausen billigt die neue Konzeption für die Schulbetreuung / Eltern können sich das Angebot nach eigenem Bedarf flexibel zusammenstellen.

MERZHAUSEN. "Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die Gemeinde in die Gänge gekommen ist. Das war vor ein paar Jahren noch nicht denkbar". So kommentiere Gemeinderätin Ulrike Bernius (Freie Bürgergemeinschaft) die einstimmige Entscheidung des Gemeinderates, das Betreuungsangebot für Schulkinder auszubauen und die Gebühren neu festzulegen. Zum neuen Schuljahr, so der Beschluss des Rates, werden die Kernzeitbetreuung, die die Gemeinde als Schulträger anbietet, und die flexible Nachmittagsbetreuung ("Hort"), deren Trägerschaft die Gemeinde 2010 vom Förderverein der Hexentalschule übernommen hat, zusammengeführt. Bislang wurden sie als zwei organisatorisch und konzeptionell voneinander unabhängige Angebote geführt. Jetzt werden sie in den neuen Räumen im Alois-Rapp-Haus, in dem auch die Hexentalschule beheimatet ist, zusammengeführt und das Angebot, so Bürgermeister Christian Ante, nach den Wünschen der Eltern ausgebaut.

Diese hatten sich vor allem gewünscht, die Betreuungszeit täglich auf 14.30 Uhr (inklusive Mittagessen) auszuweiten. Bislang kostet die Kernzeitbetreuung von 7.30 Uhr bis 13 Uhr die Eltern 25 Euro im Monat und der "Hort" montags bis donnerstags von 13 bis 17 Uhr 145 Euro im Monat.

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Künftig wird die Kernzeitbetreuung um eine halbe Stunde ausgeweitet (7.30 bis 13.30 Uhr), bis 14.30 Uhr wird es täglich ein warmes Mittagessen geben und die Nachmittagsbetreuung endet montags bis donnerstags um 17 Uhr und beinhaltet eine mit der Grundschule abgestimmte Hausaufgabenbetreuung. Weitere Angebote am Nachmittag sollen durch Kooperation mit den örtlichen Vereinen oder der Jugendmusikschule ausgebaut und die Betreuung so noch attraktiver gemacht werden, so Bürgermeister Ante.

Da es sich bei der Betreuung der Schulkinder um ein kostendeckendes Angebot handelt, so Bürgermeister Ante, kann die Gemeinde Mehrausgaben durch Mehreinnahmen bei Entgelten finanzieren. Entsprechend wurden die Kosten für die Eltern festgelegt. Grundlage der Kalkulation ist die derzeitige Nutzung der Angebote mit etwa 70 Kindern in der Kernzeit, 25, die ein Mittagessen wünschen und 20 in der Nachmittagsbetreuung. Insgesamt besuchen die Grundschule rund 200 Kinder.

Bei der Kalkulation sind die Landeszuschüsse berücksichtigt, ebenso eine Reduzierung der Beiträge für Geschwisterkinder. Das zweite Kind zahlt nur 50 Prozent (Ausnahme Mittagsbetreuung) und ab dem dritten Kind sind die Kinder beitragsfrei. Die Kosten für die einzelnen Betreuungsformen sind flexibel gestaltet, um den Eltern eine möglichst große Gestaltungsfreiheit zu geben. Im Einzelnen ist vorgesehen, dass die Kernzeitbetreuung 35 Euro pro Monat kostet, die Mittagsbetreuung bis 14.30 Uhr inklusive Mittagessen für einen Tag in der Woche 22 Euro pro Monat, für zwei Tage entsprechend 22 Euro bis zu 110 Euro bei fünf Tagen in der Woche. Die Nachmittagsbetreuung kostet pro Tag in der Woche 12 Euro im Monat, also für vier Tage 48 Euro im Monat. Eltern, die das gesamte Angebot nutzen, also die Kernzeitbetreuung, das Mittagessen und die Nachmittagsbetreuung an allen angebotenen Tagen, kämen auf einen monatlich zu zahlenden Betrag von 193 Euro. Kosten fallen für elf Monate an, im Ferienmonat August muss nicht gezahlt werden. Je nach Nachfrage wird die Gemeinde entsprechend mehr Personal zur Verfügung stellen. Auch das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Derzeit sind sechs Betreuerinnen beschäftigt, mit einem unterschiedlichen Stundensatz. Das Angebot soll vom kommenden Schuljahr an gelten. Anmeldungen nimmt das Schulsekretariat, Tel. 0761/45933-0, entgegen. Ummeldungen sind zum Schuljahresbeginn und zum Halbjahreswechsel möglich.

Autor: Andrea Gallien