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06. April 2009 15:00 Uhr

Bürgermeisterwahl Merzhausen

Die Rede von Christian Ante

Die fünf Bewerber für das Amt des Bürgermeisters in Merzhausen präsentierten sich und ihre Ideen in der Sporthalle Merzhausen bei der offiziellen Kandidatenvorstellung. Die BZ veröffentlicht die Redemanuskripte. Hier: Christian Ante

  1. Die fünf Bewerber von links): Per Klabundt, Joachim Brinkmeier, Hannah Kegel, Christian Ante und Harald Krapp Foto: Andrea Gallien

  2. Christian Ante Foto: privat

Die Rede von Christian Ante:

Guten Abend, sehr geehrte Damen und Herren,

dass heute so viele Bürgerinnen und Bürger erschienen sind zeigt das große Interesse daran, wer Nachfolger von Eugen Isaak wird, der über lange Jahre mit ganzem Herzen für sein Merzhausen tätig war. Erlauben Sie zunächst ein paar Sätze zu meiner Person und lassen Sie mich danach mein Programm vorstellen.

Ich bin 30 Jahre alt, verheiratet, katholisch, parteilos und unabhängig. Geboren in Hamburg, aufgewachsen im Hegau. Dort, in Weiterdingen war ich aktiv im Vereinsleben, bald auch im Vereinsvorstand. Mit der Wahl zum Ortschaftsrat kam ich 1999 unmittelbar in der Kommunalpolitik an. Nach Abitur und Grundwehrdienst schloss sich das vierjährige Studium zum Diplomverwaltungswirt an. Das Studium habe ich mit Auszeichnung abgeschlossen. Viel wichtiger: an der FH Kehl lernte ich meine Frau Christina kennen.

Meine Frau ist Freiburgerin, so kam ich in die Regio. Die Gemeinde Schallstadt hat mir 2002 die Leitung des Standes- und Ordnungsamtes übertragen. In dieser Zeit erhielt ich meinen ersten Lehrauftrag an der Verwaltungsschule Freiburg in Au. Seit 2004 habe ich berufsbegleitend erfolgreich vier Jahre Politik an der Fernuni Hagen studiert. Meine Masterarbeit befasst sich mit einem Thema, dass mir sehr am Herzen liegt: Direkte Demokratie und Bürgerbegehren. Seit 2007 bin ich Lehrbeauftragter für Kommunalpolitik an der Hochschule Kehl.

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Erstmals bin ich 2004 mit der Frage konfrontiert worden, als Bürgermeister zu kandidieren. Damals entschloss ich mich, dies nicht zu tun. Ich wünschte mir mehr Berufs- und Lebenserfahrung und habe mich in Folge bewusst nach einer Hauptamtsleiterstelle umgesehen.

2005 übertrug mir der Gemeinderat der Stadt Kenzingen mit 27 Jahren die Leitung des Hauptamtes, damit Personalverantwortung für rund 50 städtische Mitarbeiter sowie die Stellvertretung des Bürgermeisters innerhalb der Verwaltung. Hier konnte ich neue Impulse setzen; gemeinsam mit den Beschäftigen Amt und Stadtverwaltung weiterentwickeln. 2007 wurde ich zudem Geschäftsführer des Gemeindeverwaltungsverbandes Kenzingen-Herbolzheim, einem Verwaltungsraum von rund 25.000 Einwohnern, 2008 Qualitätsmanagementbeauftragter. Jetzt hoffen meine Frau und ich, in Merzhausen sesshaft werden zu können und eine Heimat zu finden.

Meine Damen und Herren,

das Rüstzeug zum Bürgermeister habe ich mir zwischenzeitlich erworben. Und gelernt: Mindestens genauso wichtig wie die politischen Ziele selbst, ist die Art und Weise, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Motto und Leitspruch: Merzhausen im Fokus, der Bürger im Mittelpunkt.

Der Bürgermeister hat die Verantwortung für rechtstaatliche, wirtschaftliche und bürgernahe Verwaltung. Dafür braucht es gutes Fachwissen, Führungskompetenz, Durchsetzungsvermögen. Der Bürgermeister braucht auch ein hohes Maß an sozialer Kompetenz. Dazu zählt Einfühlungsvermögen, überzeugen können und sich bewusst sein, nicht alles besser wissen zu müssen. Der Bürgermeister hat den Willen der Bürger umzusetzen, ist Moderator, manchmal Mediator. Nicht sein Wille, der Wille der Bürgerschaft ist das Maß der Dinge. Kompetent und kooperativ möchte ich gemeinsam mit Ihnen, Gemeinderat und Verwaltung diese Gemeinde gestalten und entwickeln.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

in den nächsten Jahren steht die soziale Entwicklung im Vordergrund. Kinder,- Jugend-, Bildungsarbeit. Familienfreundlichkeit. Seniorengerechtigkeit. In diesen Bereichen kann ich Erfahrung einbringen. Plätze für Kinder unter drei Jahren, aber auch Ganztagesplätze müssen bezahlbar und schnell realisierbar sein. Junge Familien brauchen Perspektiven. Das funktioniert durch familienfreundliche Grundstückspolitik und bezahlbare Bauplätze. Nicht Wachstum um jeden Preis, sondern behutsame und zielgerichtete Entwicklung der letzten Bauflächen.

Auch die Grundschule braucht Entwicklungsperspektiven, bspw. zu einer offenen Ganztagesschule. Hier wird gute Arbeit geleistet, das muss die Gemeinde fördern. Ganz wichtig wird in Zukunft sein, die Bedürfnisse der älteren Generationen zu berücksichtigt. Ein jährliches Seniorenforum kann ermöglichen, mitzureden, mitzuwirken und mitzugestalten.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ohne Vereine ist ein Gemeindeleben nicht vorstellbar. Darum gibt es in Merzhausen eine gute Tradition der Vereinsförderung. Die Richtlinien von 1989 möchte ich fortschreiben, kann mir vorstellen, die Förderung deutlich auszubauen. Hier ist kommunales Geld allemal gut angelegt.

Respekt vor dem Einsatz für das Hallenbad. Das Engagement der Bürgerschaft spart jährlich 130.000 Euro. Als Bürgermeister werde ich dafür Sorge tragen, dass die Gemeinde ihrer Verpflichtung zum Erhalt der Bausubstanz nachkommt.

Nicht nur als Träger von Kindergärten sind die Kirchen unverzichtbar und unterstützen die politische Gemeinde. Ein gutes Miteinander, gegenseitige Hilfe ist darum selbstverständlich.

Das Gewerbe vor Ort muss gestärkt werden. Für mich Chefsache. Die Merzhauser wollen ihren Bäcker am Ort. Die Vereine brauchen Sponsoren für ihre Arbeit. Als Ihr Bürgermeister werde ich einen neuen Anstoß geben, zu regelmäßigen Wirtschaftsgesprächen einladen. Ziel: Ohne große Bürokratie die hiesige Wirtschaft unterstützen.

Merzhausen hat die Bedeutung der Umwelt als Lebensgrundlage erkannt und gehandelt. Hier will ich anknüpfen und eine kommunale Klimaschutzagenda erarbeiten, d. h. ein Bündel von Maßnahmen, die kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden sollen, wie bspw. Energiesparlampen in der Straßenbeleuchtung.

Die neue Dorfmitte, größte Baumaßnahme der nächsten Jahre. Durch die Schließung der Hauptschule werden Räume frei, die der Grundschule neue Entwicklungsmöglichkeiten bieten, den Vereinen ein neues Zuhause bereit halten und damit eine Kostenreduzierung bei der Neuen Ortsmitte von 1.000.000 Euro ermöglicht. Hier ist mit den Betroffenen ein schlüssiges Konzept zur Raumnutzung aufzustellen. Daneben ist darauf zu achten, dass Bau- und Folgekosten der Ortsmitte nicht aus dem Ruder laufen.

Von der Kosteneinsparung bei der neuen Ortsmitte kann der VfR bei dem Neubau des Vereinsheims und des Kunstrasenplatzes profitieren. Planungssicherheit ist gefragt. Darum werde ich als Ihr Bürgermeister schnell Finanzierung und Zuschüsse, baurechtlichen Voraussetzungen und den Grunderwerb abklären.

Langfristig wird der Stadtbahnanschluss wieder Thema sein. Das macht nur Sinn, wenn finanzierbar und verträglich für das Ortsbild. Am besten können das die Bürger selbst entscheiden. Darum kann ich mir zu gegebener Zeit einen Bürgerentscheid zu diesem Thema gut vorstellen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Bürgerbeteiligung ist mir zentrales Anliegen. Offen, transparent und bürgernah muss Kommunalpolitik sein. Bei Gemeinderatssitzungen eine Bürgerfragestunde zu Beginn und am Ende der Sitzung. Daneben will ich eine Bürgersprechstunde des Bürgermeisters einführen sowie regelmäßig Bürgerversammlungen anberaumen. Die Verwaltung ist Dienstleister. Der Bürger steht im Mittelpunkt. Ich will neue Impulse setzen, mit motivierten Mitarbeitern Herausforderungen annehmen, die Öffnungszeiten für die Bürgerschaft ausweiten, den Internetauftritt kundenfreundlicher gestalten, nachhaltig daran arbeiten, die Kundenzufriedenheit erhöhen.

Die Verwaltungsgemeinschaft Hexental ist Vorbild für andere Gemeinden. Hier sehe ich weitere Entwicklungschancen, wie z. B. ein Standesamt auf Verbandsebene. Das spart Geld, sichert Qualität und bedeutet keinen Serviceverlust für den Bürger. Die Finanzen von Merzhausen sind gut. Das muss so bleiben. Aber: Die Steuersätze für Grund- und Gewerbesteuer sind hier bereits überdurchschnittlich hoch. Persönlich spreche ich mich gegen Steuererhöhungen aus – nehmen Sie mich beim Wort. Wir müssen deshalb vor Einnahmeerhöhungen die Ausgaben vermindern. Ich sehe noch viele Möglichkeiten, Aufgaben effizienter zu erfüllen.

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

zehn Minuten sind viel zu kurz, um Ihnen alle Inhalte ausreichend darzulegen. Fest steht: Sie haben am 19. April die Wahl, wenn Sie einen Bürgermeister wollen; …

… der sein Handwerk als Verwaltungs- und Finanzfachmann von Grund auf gelernt hat und neue Impulse setzen will;

… der Kommunalpolitiker mit ganzem Herzen ist und Erfahrung sowohl als Ehrenamtlicher als auch als Amtsleiter erworben hat;

… der parteilos sowie unabhängig ist und dies auch bleibt. Der den Bürger und seine Belange in den Mittelpunkt stellen will, dann bin ich der richtige Kandidat für Sie, Ihre Wahl.

Machen Sie von Ihrem Wahlrecht am 19. April Gebrauch. Ich bitte Sie um Ihr Vertrauen und um Ihre Stimme.

Zum Schluss ein großes Dankeschön für die freundliche Aufnahme in Ihrer Gemeinde, insbesondere bei den Hausbesuchen und natürlich für Ihre Aufmerksamkeit.

Danke schön!

Autor: bz