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27. Februar 2009 18:01 Uhr

Hauptschule Merzhausen

Schließung wird immer wahrscheinlicher

In der gestrigen Gemeinderatssitzung hat sich keine der im Rat vertretenen Gruppierungen für den Fortbestand der Hauptschule in Merzhausen ausgesprochen.

  1. Die Hexentalschule in Merzhausen Foto: Andrea Gallien

Die Diskussion um die Zukunft der Hauptschule in Merzhausen ist zwar noch in vollem Gange, das Ergebnis aber klar: Die Schule wird zum Schuljahr 2010/11 geschlossen. Zu diesem Schluss kommt, wer in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend bis zum Punkt "Verschiedenes" ausgeharrt hatte und die dann doch noch öffentliche Diskussion um die Hauptschule verfolgte. Keine der Gruppierungen im Gemeinderat plädierte für einen Fortbestand der Hauptschule.

Das Thema Schule und Ortsmitte stand auf der Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung, die diesmal vor der öffentlichen Sitzung stattfand. Aufgrund der Berichterstattung der BZ über die Situation der Hexentalschule gab es dann aber doch noch öffentliche Äußerungen. "Wir können die Hauptschule nicht halten, wenn sie keine Kinder mehr hat", bekräftigte Bürgermeister Eugen Isaak im Gemeinderat noch einmal seine gegenüber der BZ geäußerte Auffassung. Die Schule blute aus, was angesichts der dort gebotenen Qualität besonders bitter sei.

Andreas Schonhardt (CDU) sah das genauso. "Es führt kein Weg daran vorbei, die Hauptschule aufzugeben". Das sei auch keine Katastrophe, da das neue Konzept der Werkrealschule "eine gute Idee" sei. Die Schließung der Hauptschule öffne der Gemeinde auch Optionen in andere Richtung, etwa bei der Betreuung der unter Dreijährigen.

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Ilse Bußmann (CDU) bedauerte die Entwicklung der Hauptschule generell, "das System stimmt hier nicht". In Merzhausen sei sehr gute Arbeit geleistet worden, deshalb sei das Aus besonders bedauerlich. Ulrike Bernius (Freie Bürger) meinte, der Zeitpunkt der Schließung sei besonders ungünstig, weil durch den Druck auf das achtjährige Gymnasium nun mehr Kinder auf die Realschule gingen und möglicherweise von dort künftig wieder mehr auf die Hauptschule.

Hannah Kegel (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, die Grundschule dürfe durch den Wegfall der Hauptschule keine Nachteile erleiden. Eugen Isaak bestätigte ihre Einschätzung, dass es schon im Herbst keine neuen Fünftklässler mehr an der Hexentalschule geben werde und dass nur noch die jetzigen Klassen acht und neun ihre Schulzeit in Merzhausen beenden werden.

Lore B. Illy (SPD) bedauert zwar auch das Ende der Hauptschule, sieht mit Blick auf die Ortsmitte die Entwicklung für die Gemeinde aber nicht nur negativ. Wichtig sei ihr, dass bei der Verteilung der Räume die Idee der Grundschulleitung, die Hexentalschule zu einer Ganztagsgrundschule weiterzuentwickeln, nicht außer Acht gelassen werde. "Da müssen wir unbedingt drüber reden".

Das taten heute Mittag auf Einladung der Grünen in Merzhausen die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich zusammen mit der bildungspolitischen Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Renate Rastätter, Schulleiterin Brigitte Preugschat und Bürgermeister Jörg Kindel aus Au als Vertreter der Verwaltungsgemeinschaft, die Träger der Hauptschule ist und letztlich über deren Schließung entscheiden muss. Ulrike Zimmer, Gemeinderätin der Grünen, hatte mit dem Gespräch die Hoffnung verbunden, Renate Rastätter könnte aus Stuttgart eine Idee zur Rettung der Hauptschule in Merzhausen mitbringen. Sie sah jedoch auch keine Perspektive, die Schule zu erhalten. Es sei ein "Bankrotterklärung für das dreigliedrige Schulsystem", wenn sich in einer Verwaltungsgemeinschaft mit 10 000 Einwohnern keine Hauptschule halten könne. Sie unterstützte Schulleiterin Brigitte Preugschat darin, ein Konzept für eine Ganztagsgrundschule zu erarbeiten. Daher, so Ulrike Zimmer, sei es auch wichtig, die Hauptschulräume nicht vorschnell zu verteilen. Jörg Kindel will dennoch mögliche Kooperationen mit anderen Schulen prüfen und das künftige Bildungsangebot für die Hauptschüler aus dem Hexental klären.

Kommentar: Grundschule Merzhausen vor dem Aus

Autor: gln