Umgestricktes Liniennetz

Mit dem neuen Fahrplan müssen sich die Nutzer umstellen

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Fr, 20. Juli 2018 um 09:36 Uhr

Freiburg

Wer Stadtbahn fährt, muss sich von Mitte März 2019 an umstellen. Mit dem Fahrplanwechsel strickt die Verkehrs-AG ihr Liniennetz um.

Eingeflossen sind die Erfahrungen seit der Eröffnung der Messelinie im Jahr 2015, die besser als erwartet angenommen wird. Ein Überblick:
  • Gänzlich unverändert bleibt einzig die rote Stadtbahnlinie 1 zwischen Littenweiler und Landwasser.
  • Die grüne Stadtbahnlinie 2 fährt wie bisher von Günterstal zur Hornusstraße in Zähringen. Allerdings nimmt sie künftig vom Bertoldsbrunnen aus den Schwenk über Hauptbahnhof, neues Rathaus im Stühlinger und Hauptfriedhof. Sie bleibt beim 10-Minuten-Takt.
  • Die orangefarbene Stadtbahnlinie 3 behält ihre bisherige Linienführung zwischen Vauban und Haid (Munzinger Straße). Der 7,5-Minuten-Takt wird in den Spitzenzeiten zwischen 6.30 Uhr 8.15 Uhr auf sechs Minuten verkürzt.
  • Die pinkfarbene Stadtbahnlinie 4 zwischen der Gundelfinger Straße am Ortsausgang Zähringen und der Technischen Fakultät in der Nähe der Messe wird laut VAG stärker frequentiert als gedacht. Hingegen werde die blaue Linie 5 (Rieselfeld – Hornusstraße) überraschend selten genutzt, wenn sie als Verstärkerverkehr ebenfalls bis zur Gundelfinger Straße weiter fährt. Das hat für beide Strecken Folgen. Die Messelinie wird tagsüber von zehn auf 7,5 Minuten getaktet, im morgendlichen Berufsverkehr sogar auf sechs Minuten. Die Rieselfeldlinie endet am Europaplatz (Siegesdenkmal) und fährt als Ergänzung in Spitzenzeiten noch bis Hornusstraße.
  • Die blaue Stadtbahnlinie 5 erfährt die stärkste Änderung. Wie bisher ist Rieselfeld die Endhaltestelle. Doch statt über Bertoldsbrunnen und Hauptbahnhof Richtung Zähringen zu fahren, wird sie im Frühjahr zur Rottecktram: Kronenstraße, Stadttheater, Fahnenbergplatz, Siegesdenkmal am Europaplatz. Auch diese Linie fährt morgens alles sechs Minuten.

    Aus dem Stadtteil Rieselfeld hatte es im Vorfeld die größten Bedenken gegeben. Grund: Die neue Linie hält weder am Bertoldsbrunnen noch am Bahnhof (die BZ berichtete). Eine Arbeitsgruppe des dortigen Bürgervereins entwickelte einen eigenen Vorschlag, den der VAG-Vorstand in der Pressekonferenz am Donnerstag ausdrücklich lobt. Die Fahrplaner hätten ihn durchgerechnet mit dem Ergebnis, dass er theoretisch realisierbar wäre. Allerdings, so Vorstandsmitglied Oliver Benz, überwiegen die Nachteile die Vorteile.
Fast alle Stadtteile müssten neue Verbindungen und Linienführungen lernen, sollte der Arbeitsgruppenvorschlag realisiert werden. Sie würden überdies sehr komplex. Das bisherige Plus, die Bahnen ohne Fahrplanlesen zu nutzen, wäre weg. Und: Es bräuchte fünf zusätzliche Fahrzeuge und entsprechend Personal. "Die Wirtschaftlichkeit spielt natürlich auch eine Rolle", sagte Benz.

Der neue Fahrplan wirkt sich auch auf einige Buslinien aus, vor allem auf die Nummer 36 (Hochdorf – Moosweiher und jeder zweite bis via Elsässer Straße bis Bissierstraße), die Nummer 10 (Paduaallee bis Bissierstraße), die Nummer 22 (Bissierstraße bis Gundelfinger Straße) und die Nummer 27 (Richard-Strauß-Platz bis Europaplatz).

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