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25. April 2015

Mit Kunst Kindern helfen

Benefizausstellung in St. Blasien will Arbeit in Kinderhospizen fördern.

  1. Lutz Franz bekam von Sabine Kraft die Botschafterurkunde verliehen. Elisabeth Kaiser im leisen Zwiegespräch mit der Engel-Skulptur. Foto: Cornelia Liebwein

  2. Foto: Cornelia Liebwein

ST. BLASIEN. In erster Linie strahlt die Benefizausstellung "Kunst die hilft" zum Wohle des Bundesverbandes-Kinderhospiz Lenzkirch im Café Ell einen beispielhaften Reiz aus. Vielfarbige Nuancen fusionieren da in den Kunstwerken von zehn Künstlern im Gewand des Meisterlichen zugunsten schwerstkranker Kinder.

Mit der Vernissage am Donnerstag übergab Lutz Franz, der Botschafter des Bundesverbandes-Kinderhospiz Lenzkirch und Initiator der Ausstellung diese ihrer Bestimmung, zu zärtlichen, von Familie Bizenberger gesponserten, Klängen der Harfenistin Stefanie Kirner. Zahlreiche Anwesende, die Leitende Kreisverwaltungsdirektorin für Jugend und Soziales Sabine Schimkat, die Geschäftsführerin des Bundesverbandes-Kinderhospiz Lenzkirch Sabine Kraft, Bürgermeister Rainer Fritz und weitere Gäste waren gekommen.

Während ihrer angeregten Gespräche hielten sie dann inne, als Lutz Franz zur Anerkennung für sein wunderbares und engagiertes Gesamtwerk die Botschafterurkunde aus den Händen der Geschäftsführerin Sabine Kraft erhielt. "Dass du überhaupt die Idee zu dieser Benefizausstellung hattest und das alles in die Wege geleitet hast, freut mich ganz besonders", sagte zuvor Gastgeber Clemens Huber.

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"Es geht in der Hospizarbeit nicht um schwarze Kleider, es geht darum ein kurzes Leben so schön wie möglich zu gestalten, denn über 40 000 Kinder in Deutschland haben Erkrankungen, die über mehrere Monate oder gar Jahre verlaufen und immer pflegeintensiver werden", erklärte Sabine Kraft eindringlich.

"Es geht in der Hospizarbeit nicht um schwarze Kleider,

es geht darum ein kurzes

Leben so schön wie möglich zu gestalten..."

Sabine Kraft
Sie unterstrich, dass die Familien ihr Kind Tag wie Nacht und jede Stunde mit Medikamenten, Beatmungsgeräten und Sondenernährung versorgen müssten.

Lutz Franz glaubt an die Macht der Kunst und daran, dass sie den Einzelnen berührt, um unheilbaren Kindern zu helfen. Tatsächlich war jeder in seine Gedanken versunken, als sich die süßen Harfenklänge in Momente der Kostbarkeiten verwandelten. Verbunden durch ein gemeinsames Interesse blicken seither die zu verkaufenden Darstellungen als stilvolle, aufwendig bearbeitete Fotografien einerseits oder als schwebende, liebevoll modellierte Engelsgestalt andererseits in die Augen der Vorbeischlendernden.

Die trockenen Farben auf den Gemälden, die während des Malprozesses mit dem Palettenmesser oder mit Pinseln in unendlichen Bewegungen über die Leinwand verteilt wurden, kann man als malerische Inszenierung in unterschiedlichen Choreographien lesen.

Manchmal zeichnet auch der Dom vor der Tür sein Spiegelbild auf die vorbeifließende Alb, während sich im Innern der Galerie die mehr als 20 groß- und kleinformatige Schätze vor dem Publikum ausbreiten – in den dazugehörenden Wandtexten geordnet und fehlerlos präsentiert. Längst erobert haben auch die Verschlingungen an der Wand ihre Beobachter, deren Architekt mit Materialien wie Papier den Alltag in die Kunst holte.

Das blinde Verständnis und das kommunikative Miteinander der Werke untereinander, verbunden mit diesem berührenden Thema, machen über drei Monate den sich lohnenden Besuch zu einer Erfahrung mit Nachhall.

Autor: Cornelia Liebwein