Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
04. Dezember 2008
Moderne Kirchenmusik öffnet Horizonte
Sacro-Pop in Emmendinger Kirche: Gelungenes Experiment des Heimbacher Männerchors
EMMENDINGEN. Sehr gut gelang das musikalische Experiment des Heimbacher Männerchors in St. Bonifatius: Die Popmesse namens "Sacro-Pop" erhielt in der katholischen Stadtpfarrkirche viel Akzeptanz und Beifall. Dieses Konzert setzte sich deutlich von vielen adventlichen Veranstaltungen dieser Tage ab. Der Heimbacher Chor meisterte die Herausforderung einer Popmesse mit Hilfe vieler jungen Musikerinnen und Musikern aus der Regio und engagierten Helfern.
Der polnische Musiker und Komponist Wieslaw Pipczynski verbindet in seiner Messe "Oremus" Jahrhunderte alte katholische Liturgie mit Elementen aus Pop, Rock, Funk, Beat oder Soul. Damit erhalten die lateinischen Texte einen zeitgemäßen Ausdruck. Die Idee: Einmal ganz andere Kirchenmusik zu machen und mit dem Projekt junge Leute anzusprechen. Auch diese Intention konnte erfolgreich umgesetzt werden. Im Heimbacher Chor waren viele neue Gesichter zu sehen und junge Musiker beteiligten sich instrumental bei der Realisierung. Abgesehen von den "Popstrings" der Musikschule Nördlicher Breisgau bildete sich extra für diesen Anlass eine Funkband.
Werbung
Es würde den Rahmen sprengen, alle Beteiligten namentlich zu erwähnen. Stellvertretend für die vielen Mitwirkenden sei Andreas Ebner als musikalischer Leiter, Bandleader, Chorleiter, Ideengeber, Motivator und Finanzbeschaffer genannt. Unter seiner ruhigen Leitung, dem einfach abzulesenden Dirigat musizierten und sangen alle Beteiligten konzentriert, ausdrucksstark und sicher.
Der Heimbacher Kirchenchor überzeugte in seiner stimmlichen Ausgewogenheit und mit seiner für einen Laienchor ungewöhnlich guten Textverständlichkeit. Die Gesangssolisten aus den eigenen Reihen gaben die einzelnen Nummern stimmungsvoll wieder, verlässlich begleitet durch das Streicherensemble, die Band, das Keyboard. Für den im Kirchenschiff ganz anderen Sound verantwortlich waren darüber hinaus Saxophon, Percussion und Synthesizer.
Wie gut diese Elemente den traditionellen Messeteilen einen neuen Ausdruck geben, wurde hörbar und rechtfertigte den kompetenten und begeisterten Einsatz so vieler. Zwischen die Messeteile waren weitere Stücke geistlicher Musik gesetzt, die inhaltlich oder musikalisch eine Vertiefung bedeuteten. So entstand ein kurzweiliges, vielseitiges Programm.
Das schrille "Sanctus" fand seine Erwiderung im "Kyrie", das gleichzeitig Nähe zur Gregorianik und zum Jazz aufzeigte. Im "Gloria" schwebte der Sologesang über vokalen Klängen, eine Nummer aus "Sister Act" war rein instrumental wiedergegeben, und mit dem Abendgebet "Müde bin ich, geh zur Ruh", von zwei Mädchen gesungen, endete das Konzert.
Die volle Kirche, der lange Beifall und das Engagement so vieler Menschen bestätigten dieses ungewöhnliche Projekt des Heimbacher Männerchors. Zu loben ist die musikalische Leistung und die Tatsache, dass aus Erfahrung und gemeinschaftlichem Einsatz ein spirituell-kultureller Erfolg wurde.
Autor: Hildegard Karig
