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23. Mai 2011 12:34 Uhr
Mountainbike
Downhill in Todtnau: Adrenalinjunkies am Hasenhorn
Die europäische Downhill-Rennserie hat in Todtnau Station gemacht: Während einem der teilnehmenden Mountainbiker die "dufte Atmosphäre" behagte, staunten die Zuschauer über die Artistik der Adrenalinjunkies.
Der Neuseeländer legte im gestrigen Endlauf ebenfalls eine Fabelzeit hin (3:45.246), aber Klausmann lag bis kurz vor Schluss gut in der Zeit. Doch dann kam der Zielhang: Klausmann will die letzte schwere Kurve nehmen, kriegt sie aber nicht, weil sein Reifen von der Felge springt und fährt geradeaus in die Streckenabsperrung – das Ende aller Siegchancen. "Glück" nannte es MacDonald, dass er den symbolischen Thron des Führenden nicht verlassen musste. Obwohl: "Ich habe hier schnell meine Ideallinie gefunden", sagte der 20-jährige Sieger.
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Neben dem Mahlberger Klausmann fuhren auch die anderen Lokalmatadore, Noah Grossmann (Freiburg) und René Schmidt (Lörrach), auf ihrer "Hausstrecke" kein gutes Ergebnis ein – Grossmann wurde 15. und Schmidt 24. Bei den Frauen gewann Floriane Pugin (Frankreich). Von den acht vergebenen Titeln in den Profi-, Junioren- und Amateurklassen ging keiner nach Deutschland.
Florian Schwähr und seine Kumpels stört diese deutsche Titelarmut in keiner Weise. Die sechs Lörracher haben zufällig davon erfahren, dass es nach fünfjähriger Abstinenz wieder ein Downhill-Rennen im Bikepark Todtnau gibt. Die schwarz-rot-goldene Vuvuzela wurde aus der Mottenkiste geholt, ein ausrangierter Mountainbike-Rahmen zum Klangobjekt zweckentfremdet und das Megafon eingepackt. "Was will man mehr am Wochenende", fragt der 24-Jährige rhetorisch: "Frische Luft, Sport und eine dufte Atmosphäre", sagt es und feuert eine vorbeirauschende Mountainbikerin mit rhythmischen Hieben auf seinen Mountainbike-Rahmen an. Knapp 4000 Zuschauer haben die Betreiber des Bike Parks Arne Grammer und Stephan Gaillinger an den drei Renntagen begrüßt und versorgt. Schwähr verfolgt das Rennen mit seinen Freunden unter dem Motto "Gemächlicher Abstieg": Morgens um elf Uhr mit dem Lift auf ungefähr 1100 Meter Höhe und dann – mit Zwischenstopps bei den 21 Streckenposten – im gemütlichem Gang die 2,7 Kilometer bergabwärts Richtung Ziel.
An Streckenposten Nummer 15 kommt Holger Wimmer derweil ins Schwitzen. Für ihn heißt es seit Freitagnachmittag: Rauf und runter im Akkord. Er ist einer von 70 freiwilligen Helfern, die die Organisatoren für die reibungslose Abwicklung der Großveranstaltung brauchen. Per Funkgerät steht er mit der Rennleitung, den Streckenposten und der Bergwacht in Kontakt, während er Erfrischungen und Grillgut an die verschiedenen Posten und Stände verteilt. Währenddessen parliert er entspannt über "das gut laufende Wochenende". Obwohl es die ein oder andere Verletzung gab. Bis Sonntagnachmittag musste die Bergwacht vier Mal ausrücken. "Für Downhill-Verhältnisse war das bis jetzt aber nicht die Rede wert", sagt Wimmer lapidar. Eine ausgekugelte Schulter, Bänderdehnungen und ein Verdacht auf Beinbruch stehen in der Krankenakte der Bergwacht. Bis zu 70 Stundenkilometer schnell fahren die Downhill-Piloten.
Tränen der Enttäuschung sind bei Marcus Klausmann keine geflossen, als er seine Siegchance in den Sand setzte. "Mann, ist das bitter", entfährt es Florian Schwähr mit Blick auf den hadernden Klausmann am Zielhang. Das Lörracher Sextett ist pünktlich zu den Ziel-Ankünften der besten fünf Fahrer um Viertel nach vier am Fuß der Strecke angekommen. Zurück und wieder gut angekommen im internationalen Downhill-Zirkus ist auch der Bike Park Todtnau. Am Rande des Rennens wurde bekannt, dass das Finale des "iXS European Downhill Cup" 2012 höchstwahrscheinlich in Todtnau stattfinden soll. "Wir kommen wieder", verspricht Schwähr und hofft, dass es die europäische Downhill-Rennserie 2012 auch tut.
Autor: Niklas Ziegler
