Ein unaufhörlicher Funkenregen

Bianca Flier

Von Bianca Flier

Mi, 07. März 2018

Müllheim

Benefizkonzert des Rotary-Clubs Müllheim-Badenweiler in der Martinskirche zugunsten des Kampfs gegen Kinderlähmung .

MÜLLHEIM. Voll besetzt bis auf die Empore hinauf war die Martinskirche beim Benefizkonzert des Rotary-Clubs Müllheim-Badenweiler. Das Motto lautete: "Musik hilft – Eine Welt ohne Kinderlähmung." Es musizierten junge Instrumentalisten aus Müllheim sowie die Musical-Company LMG aus Grenzach-Wyhlen. Die Leitung hatten Ulrike und Thomas Vogt. Mit hinreißenden Darbietungen begeisterten die jungen Musikerinnen und Musiker ihr Publikum.

In seiner Begrüßung unterstrich der Distriktbeauftragte von Rotary für Polio, Wilfried Jud, die immense Bedeutung, welche die Bekämpfung der nach wie vor unheilbaren Krankheit für die Rotarier hat. Seit mehr als dreißig Jahre hat sich Rotary dem Kampf gegen Polio verschrieben und gemeinsam mit der Weltgesundheitsbehörde WHO, dem Kinderhilfswerk Unicef sowie privaten Partnern wie der Melinda- und Bill-Gates-Stiftung bereits große Erfolge erzielt. Jedoch sind zur endgültigen Bekämpfung der endemischen Krankheit noch erhebliche finanzielle Anstrengungen erforderlich. Um Polio gänzlich auszurotten, ist ein Aufwand von einer Milliarde US-Dollar pro Jahr nötig. Jud dankte den Zuhörern für ihr Kommen und für ihre Bereitschaft, für die gute Sache zu spenden.

Der erste Programmteil wurde von Schülerinnen und Schülern der Privatdozentin Ulrike Vogt mit Vorträgen moderner Kompositionen gestaltet. Den Auftakt machte die junge Pianistin Franka Kinle mit einer feinsinnigen Interpretation von Giovanni Allevis "Go with the flow". Silbern fließende Pianoklangfarben präsentierte danach Pia Kretschmann bei ihrer wundervollen Darbietung der "Suite de Gavottes des Montagne" von Didier Squiban. Mit dramatischem Duktus und Furor spielte Bjarne Wildfang am Flügel Michael Giacchinos Thema aus "Doctor Strange". Feinziseliert und anrührend erklang die "Elegy for the Arcitic" für Klavier, gespielt von Senta Bassler. Annika Tress zeigte sich beim Klaviervortrag von "Il Baccio" von Giovanni Allevi sowohl technisch als auch gestalterisch in bester Form.

Die Akkordeonistin Marlene Seeger erwies sich bei der Darbietung von Astor Piazzollas kontrastreichem Stück "Fracanappa" als hervorragende Interpretin.

Ein Highlight war die Darbietung von "Recitativo und Scherzo Caprice" für Violine von Fritz Kreisler. Die junge Gastinterpretin Minami Dettweiler führte die Kontraste von Melancholie und rasanten Tempi mit atemberaubender Virtuosität aus. Bei der gemeinsamen Darbietung von Carlos Cardels Stück "Por una Cabeza" demonstrierten Violinistin Minami Dettweiler und Marlene Seeger am Akkordeon, dass sie ein kongeniales Duo sind.

Abgeschlossen wurde der erste Teil mit "Black Orpheus" von Luiz Bonfa, mitreißend dargeboten von Marlene Seeger (Akkordeon) und der Band der Musical Company. Die jungen Solisten erhielten für ihre genialen Interpretationen begeisterten Beifall.

Im zweiten Programmteil präsentierten die Gesangssolisten, der Chor und die Band der Musical Company eine mitreißende Folge von Songs aus bekannten Musicals. So erklangen aus dem Erfolgsfilm "Grease" beliebte Hits wie zum Beispiel "Summer Nights", "There are worse Things" oder "Greased Lightning". Berührend der Song "You’ve got a friend" aus "Momo". Bei dem zündenden Song "I will follow him" aus "Sister Act" schlugen die Wellen der Begeisterung besonders hoch. "Mamma Mia", "Jesus Christ Superstar" und "Footloose" waren weitere Musicals, aus denen die mit Verve agierenden Akteure Songs boten.

Ungezwungen und charismatisch präsentierten sich die Solisten der Musical Company: Annika Östringer, Anuschka Gooneratne, Elvis Bejtjovic, Fabian Fellmann, Francesca Hoffmeier, Helen Liebetanz, Isabell Schneider, Kim Vanessa Schmidt und Natascha Gooneratne. Sie wurden blendend unterstützt vom Chor. Untermalt wurde der Gesang von den Bandmitgliedern Lukas Roos (Gitarre), Maximilian Koppmann (Bass), Michael Zolg (Saxophon), Thomas Vogt (Schlagzeug) und Ulrike Vogt (Klavier). Für den Super-Sound war Alexander Sehringer zuständig.

Nach dem offiziellen Abschluss mit "Thank you for the Music", dem unvergesslichen Erfolg aus "Mamma Mia", gaben die Zuhörer keine Ruhe. So folgte noch die mit frenetischem Beifall erklatschte Zugabe "We are the World".

Es ist kaum möglich, die absolut euphorische Stimmung zu beschreiben, die während des gesamten Konzerts in der Martinskirche herrschte. Da sprang ein unaufhörlicher Funkenregen direkt von den Sängern und Musikern auf das Publikum über.

Mit Rosen bedankte sich Rotary bei den engagierten jungen Leuten. Ulrike Vogt, die das Konzert moderierte, erhielt einen riesigen Blumenstrauß.