"Es geht nicht darum zu gewinnen”

Beatrice Ehrlich

Von Beatrice Ehrlich

Mi, 16. Mai 2018

Müllheim

Junge Britzingerin beim Landesfinale des Vorlesewettbewerbs.

MÜLLHEIM-BRITZINGEN. Gewinnen ist für Lara Schenk nicht das wichtigste, und doch hat sie Schritt für Schritt ihre Konkurrenten überflügelt und den Sprung ins Landesfinale geschafft. "Es geht darum, dabei zu sein und Spaß zu haben, zu sehen, wie die anderen lesen und natürlich neue Bücher kennenzulernen", betont die Sechstklässlerin des Markgräfler Gymnasiums in Müllheim. Zusammen mit ihren Eltern und der jüngeren Schwester ist sie in aller Frühe aufgebrochen zur vorletzten Runde des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels 2018, die am Mittwoch in Stuttgart stattfindet. 16 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen treffen dort zusammen, um Jury und Publikum mit ihrem Lesevortrag zu überzeugen.

Dass sie ihre Zuhörer in den Bann ziehen kann, hat Lara Schenk bereits beim Kreisentscheid in Müllheim, mit einem Ausschnitt aus "Feo und die Wölfe", und dann beim Regionalentscheid in Villingen-Schwenningen bewiesen, wo sie mit ihrem Vortrag aus der "Höchst wundersamen Reise zum Ende der Welt" die Jury überzeugte. Davor war sie zuallererst an ihrer Schule, dem Markgräfler Gymnasium, zur besten Vorleserin gekürt worden.

Auf ihren Auftritt in Stuttgart hat sie sich gut vorbereitet, zusammen mit ihrer Mutter. Nach einer kurzen Einführung wird sie einen genau drei Minuten langen Abschnitt aus dem Buch "Der Riesentöter" von Iain Lawrence vorlesen. Darin erfindet die elfjährige Laurie eine phantastische Geschichte, mit der sie von Kinderlähmung betroffene Kinder ihre Krankheit komplett vergessen lässt. Danach folgt dann noch ein unbekannter Text aus einem Buch, das gerade erst erschienen ist. Auf den Moment, vor den anderen zu sitzen und mit dem Lesen zu beginnen, freut sie sich. Das Gefühl, sich in die Hauptperson eines Buches hineinzuversetzen und anderen eine Geschichte zu erzählen, lasse sie alle Anspannung vergessen, erklärt Lara Schenk. "Man ist gar nicht man selbst."

Das Lesen habe sie früh für sich entdeckt, genau gesagt schon im Kindergarten, berichtet die Schülerin, die neben Deutsch auch Englisch als Muttersprache hat. Das erste richtig dicke Buch, an das sie sich erinnert, hieß "Räuber Grapsch". Davon, dass sie außerdem unheimlich gern vorliest, profitieren die Nachbarskinder, kleine Geschwister von Freunden und die jüngeren Cousins. Erste Erfahrung vor einem größeren Publikum erwarb sie beim Vorlesewettbewerb der vierten Klassen der Rosenburgschule, zu der auch ihre Grundschule in Britzingen gehört. Zeit für andere Hobbys bleibt aber auch: Lara spielt Fußball in Buggingen seit sie sechs Jahre alt ist, daneben Querflöte und Tischtennis im Verein. Ihre spezielle Begeisterung für Text und Sprache zeigt sich aber auch noch in einer weiteren Aktivität: In der Schülerzeitung des Markgräfler Gymnasiums unternimmt sie selbst erste Schreibversuche.