Fusion auf der Ziellinie

Daniel Weber

Von Daniel Weber

So, 04. Februar 2018

Müllheim

Der Sonntag Die Volksbank Breisgau-Markgräflerland steht in den Startlöchern.

Es fehlen nur noch die Zusagen der beiden Vertreterversammlungen. Läuft alles nach Plan, steht die Fusion der beiden Volksbanken Breisgau-Süd und Müllheim im April fest und die neu geschaffene Volksbank Breisgau-Markgräflerland geht an den Start.

Norbert Lange und Jörg Dehler kennen sich schon seit Schultagen. Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Müllheim und der Vorstandssprecher der Volksbank Breisgau-Süd machten am Faust-Gymnasium in Staufen ihr Abitur. Erst Lange, ein Jahr später dann Dehler. "Irgendwie hat sich dann ein ähnlicher Werdegang ergeben", erzählt der 52-jährige Dehler. Immer mal wieder trafen sie sich dann auf einen Kaffee und tauschten sich über Dinge aus. Die Banker initiierten gemeinsame Projekte ihrer nachbarschaftlichen Volksbanken. "Und weil Fusionen in unserer Branche absehbar sind", so Dehler, wurden die Gespräche darüber in den vergangenen zwei Jahren immer konkreter. "Das Ganze hat dann Fahrt aufgenommen." Wenn am 18. und 19. April die Vertreterversammlungen der beiden Genossenschaftsbanken zustimmen, ist das Ziel erreicht: die Fusion zur Volksbank Breisgau-Markgräflerland.

"Es sind zwei kerngesunde Banken, die auf Augenhöhe aufeinander zukommen und gemeinsam einen neuen Weg suchen", fasst es Norbert Lange von der Volksbank Müllheim zusammen, der dann den Part des Vorstandsvorsitzenden übernehmen wird. Jörg Dehler wird sein Stellvertreter. "Wir haben ähnliche Strukturen und ein konsistentes Marktgebiet, das macht diese Fusion strukturell sehr einfach", so Lange.

Als die größere Bank mit dem höheren Immobilienvermögen ist die Volksbank Breisgau-Süd die übernehmende Bank in der Fusion, das hat steuerliche Vorteile. "Wir sind in diesem ganzen Prozess so nah aneinandergerutscht, dass der Größenunterschied zwischen den Banken keine Rolle mehr spielt", sagt Jörg Dehler.

Verwaltungsgebäude im Gewerbepark Breisgau

Die Volksbank Breisgau-Süd hat rund 200 Mitarbeiter und weist eine Bilanzsumme von 1,1 Milliarden Euro für das vergangene Jahr aus. Bei der Volksbank Müllheim sind es rund 100 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 693 Millionen Euro. Das Geschäftsgebiet der fusionierten Bank wird sich künftig von Burkheim im Norden bis nach Bad Bellingen im Süden erstrecken. Insgesamt 23 Filialen decken das Gebiet ab, die beiden Hauptfilialen stehen in Bad Krozingen und Müllheim, dort werden die Kunden in allen Geschäftsfeldern beraten. In Müllheim werden es künftig mehr Berater sein als bisher, zudem soll sich der 1960er- Jahre-Bau in den nächsten Jahren auch baulich verändern.

Das Verwaltungsgebäude im Gewerbepark Breisgau in Eschbach stellt die Volksbank Breisgau-Süd. Voraussichtlich 30 Mitarbeiter aus Müllheim sollen dort bis zum Sommer ihre neuen Arbeitsplätze einnehmen und sich zu den aktuell rund 80 dort Beschäftigten gesellen. "Der Charme der Fusion ist, dass bei uns schon vieles vereinheitlicht ist", sagt Jörg Dehler. Beide Banken haben bereits eine ähnliche Arbeitsweise, was auch durch ein gemeinsames Projekt im Rechenzentrum entstand.

"Herausforderungen gibt es aber genug", fügt Norbert Lange an und verweist vor allem auf den "dünnen Arbeitsmarkt", wenn es um gesuchte qualifizierte Fachkräfte gehe. Auch deshalb wolle man die Ausbildungsquoten hoch halten. Pro Jahr begannen im Schnitt bislang sieben Azubis ihre Lehre. Kündigungen werde es durch die Fusion nicht geben. Der erforderliche Konsolidierungsprozess ergebe sich schon aus der laufenden natürlichen Fluktuation. 2017 verließen 24 Angestellte die Banken, die meisten davon gingen in Rente.

Auf der Kundenseite wird sich vor allem für diejenigen, die bislang bei der Volksbank Müllheim ein Konto hatten, etwas verändern: Die IBAN ändert sich. "Alles, was auf die alte IBAN kommt, wird aber noch zwei Jahre auf das richtige Konto verbucht", so Norbert Lange.