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30. Mai 2009

DIE EUROPA-FRAGE

  1. Reinhard Selten Foto: BZ

Bald ist Europawahl. Anlass für uns, in dieser Serie Fragen rund um das Europäische Parlament zu stellen.

Braucht das Parlament einen Nobelpreisträger?

Als Wirtschaftswissenschaftler ist Reinhard Selten eine Koryphäe, wurde 1994 für seine Arbeit auf dem Gebiet der Spieltheorie mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet – als bisher einziger Deutscher. Jetzt will der 78-jährige emeritierte Professor ins Europäische Parlament einziehen und sich dort nicht in Wirtschaftsfragen profilieren, sondern für die Kunstsprache Esperanto einsetzen. Europa – Demokratie – Esperanto (EDE) heißt die Vereinigung, deren Spitzenkandidat Selten ist. "Wir glauben, dass eines der wesentlichen Hindernisse innerhalb der EU das Sprachproblem ist." Die Vorherrschaft des Englischen stoße schließlich immer wieder auf Widerstand, Esperanto könnte die neutrale Lösung sein. Darum setzt sich EDE dafür ein, Esperanto als Pflichtfach in den Schulen der EU-Mitgliedstaaten zu lehren. "Esperanto soll nicht die Nationalsprache ersetzen – die wird dadurch sogar geschützt", sagt Selten. Die bessere Verständigung durch die Einheitssprache soll einem Fernziel dienen: ein europäischer Bundesstaat mit einer europäischen Regierung.

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Aus "idealistischen Motiven" hat Selten 1947, damals 17 Jahre alt, Esperanto gelernt. Nach drei Wochen Osterferien hatte er die Grammatik verinnerlicht. Später schrieb er wissenschaftliche Werke auf Esperanto. Und da treffen Esperanto und Spieltheorie zusammen: Einer der Texte wendet die Spieltheorie auf das Problem der Wahl einer internationalen Sprache an. Alle Wahl-Texte: www.badische-      zeitung.de/europawahl

Autor: Silke Kohlmann