02. April 2009 07:56 Uhr

Randale in London

G-20-Gipfel: Demonstrant stirbt ohne Fremdverschulden

Bei den Protesten vor dem Gipfeltreffen der 20 führenden Industriestaaten in London ist ein Demonstrant ums Leben gekommen. Sein Tod steht offenbar nicht in Zusammenhang mit den Krawallen rund um den Gipfel.

Es gibt offenbar keinen Zusammenhang zwischen dem Tod des Demonstranten und dem Großeinsatz der Polizei. | Foto: AFP
Aus Augenzeugenberichten geht hervor, dass der etwa 30-jährige Mann ohne Fremdeinwirkung zu Boden gesunken war. Er war am Mittwochabend bewusstlos auf der Straße zusammengebrochen. Nach Angaben der Polizei habe der Mann nicht mehr geatmet, als zwei Beamten eintrafen; auf dem Weg ins Krankenhaus sei der etwa 30-Jährige gestorben. Die Todesursache ist noch unklar. Auf die Polizisten, die sich um den Mann kümmern wollten, wurden nach Polizeiangaben Flaschen geworfen.

Die Proteste gegen den G-20-Gipfel hatten bereits am Mittwochmittag begonnen. Tausende Demonstranten gerieten mit der Polizei aneinander, es kam mitunter zu schweren Krawallen, bei denen mehrere Beamte und Demonstranten verletzt wurden. Die Randalierer belagerten stundenlang das Bankenviertel. In der City of London stürmten sie eine Filiale der Royal Bank of Scotland, zerschlugen Fenster, warfen Gegenstände aus dem Gebäude und beschmierten die Wände.

Insgesamt hatten sich nach offiziellen Angaben rund 5000 Demonstranten zu den lautstarken Protesten gegen Kapitalismus, Kriege und Umweltzerstörung zusammengefunden. Mit Sprüchen wie "Bestraft die Plünderer" und "Wir brauchen sauberen Kapitalismus" zogen sie zunächst zur Notenbank, die sie ebenfalls stürmen wollten.

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Die Polizei warnt vor weiteren Ausschreitungen am Donnerstag, dem Tag des eigentlichen Gipfels.

POLIZEI BEFÜRCHTET RANDALE AUCH BEIM NATO-GIPFEL

Vor dem Hintergrund der Randale in London warnen Polizeigewerkschaft vor ähnlichen Vorfällen beim Nato-Gipfel in Straßburg, Kehl und Baden-Baden. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Wirtschaftskrise habe die Stimmung der Kritiker gegen die führenden Industrienationen weiter angeheizt. "Wir müssen damit rechnen, dass die Proteste beim Nato-Gipfel deutlich aggressiver werden als in der Vergangenheit." Freiberg befürchtet zudem, dass reisende Gewalttäter den Protest der Friedensbewegung gezielt für Randale und brutale Übergriffe auf Polizisten missbrauchen könnten.

Rainer Wendt als Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft sagte, die Krawalle von London seien "nur ein kleiner Vorgeschmack darauf, was uns beim NATO-Gipfel erwartet". Er warnte gewaltbereite Störer, dass die Polizei hart durchgreifen werde und sie notfalls auch vorbeugend in Haft nehme. "Eine zaghafte Einsatztaktik, die während des G-8-Gipfel 2007 in Rostock zur Eskalation der Lage geführt hat, wird es beim Nato-Gipfel nicht geben."  

Randale in London: Ein Demonstrant tritt nach einem Polizeifahrzeug. Foto: dpa


Autor: dpa/afp



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