Zu viel Billigware

dpa

Von dpa

Sa, 11. August 2018

Deutschland

Kleider in die Sammlung zu geben, ist sinnvoll – die Stücke sollten allerdings eine bestimmte Qualität haben.

Es gibt viel zu viele Kleider, die in den Containern landen – vor allem Billigware macht der Industrie Probleme. Doch wie sollten sich Verbraucher verhalten?

Was sollte ich in den
Altkleider-Container geben?

Gut erhaltene und qualitativ hochwertige Kleidung ist am gefragtesten. Sie wird von kirchlichen und karitativen Organisationen den Sammlungen entnommen, um sie für ihre Kleiderkammern in Deutschland zu nutzen. Der Rest kann an Bedürftige in ärmeren Ländern gehen. Der Fachverband Textilrecycling erläutert, dass dort zum Beispiel Stücke aus Baumwolle einen hygienischen Vorteil gegenüber Kunstfasern aus asiatischen Importen haben. Es ist laut Fachverband Textilrecycling nicht nötig, die Kleiderspende vor der Abgabe zu waschen, sie sollte aber sauber und trocken sein. Am besten wird sie gut verpackt, etwa in einen Plastiksack. Schuhe werden paarweise zusammengebunden.
Was mache ich mit dem Rest?
Trotz aller Probleme mit Altkleiderbergen betont der Fachverband Textilrecycling auf seiner Website, man solle Altkleider nicht in den Restmüll geben, "um sowohl im In- als auch im Ausland Arbeitsplätze zu sichern und Ressourcen zu schützen". Greenpeace betont: Gebrauchte Kleidung an Kleidersammler zu spenden oder im Secondhand-Handel zu verkaufen, ist natürlich besser, als sie in den Hausmüll zu werfen. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) nennt als Ausnahme: Verschlissenes sollte über den Wertstoffhof entsorgt werden. Hier kann es aber sein, dass Gebühren fällig werden.

Gibt es noch andere
Lösungsansätze?

Umweltschützer hierzulande raten, mehr auf gebrauchte Kleidung zu setzen – also selbst im Secondhand-Laden einzukaufen. Und beim Neukauf sollte man auf Textilien achten, die weder die Umwelt belasten noch die begrenzten Ressourcen auf der Welt erschöpfen.

Ein Teil kaputter und minderwertiger Kleidungsstücke lässt sich problemlos auch zu Hause wiederverwerten, statt dafür andere Produkte neu zu kaufen – etwa als Putzlappen. Strumpfhosen mit Nylon eignen sich zum Beispiel hervorragend zum Fensterputzen, die mit Perlon etwa zum Staubwischen. Oder man näht aus Stoffresten etwas ganz Neues. Große Stücke alter Kleidungsstücke könnten im Winter zum Beispiel auch Pflanzen schützend umhüllen.