Neil Young

CD: ROCK I: Unergründliche Sammlung

Stefan Zahler

Von Stefan Zahler

Fr, 15. Juni 2012

Rock & Pop

Neil Young hat oft seine musikalische Wandlungsfähigkeit bewiesen. Folk, Country, Rock, Elektro, Grunge – dem 67-Jährigen war nie ein Genre fremd. Flexibel ist Young seit jeher auch bei der Auswahl seiner Mitmusiker. Eine seiner besten Scheiben hat er mit der Band Crazy Horse eingespielt. Deren treibendem und kraftvollem Sound verdanken wir Songs wie das hypnotische "Cortez The Killer". Nach neun Jahren Pause hat sich Young nun wieder mit den verrückten Pferden zusammengetan und das Album "Americana" eingespielt, eine Sammlung klassischer amerikanischer Folksongs. Das Ergebnis? Ratlosigkeit. "Oh, Susannah" oder "This Land Is Your Land" braucht es nicht in Young-Crazy-Horse-Versionen. "Americana" wird – wie bei Neil Young üblich – polarisieren. Hardcore-Fans werden die Platte lieben, der geneigte Hörer wird sie im Schrank hinten einordnen, der Rest wird den Kopf schütteln. Was wird Young als nächstes tun? Europäisches Liedgut einspielen und "Weiße Rosen aus Athen" mit Crazy Horse zerpflücken? Die Wege des Meisters sind unergründlich.

Neil Young & Crazy Horse: Americana (Reprise/Warner)