Spezialmesse für antike Kunst

Die Basel Ancient Art Fair

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Fr, 07. November 2008 um 13:53 Uhr

Ausstellungen Rezensionen

Die Basel Ancient Art Fair (BAAF) – jetzt zum fünften Mal im Riehener Wenkenhof – ist die weltweit einzige Spezialmesse für Objekte antiker Kunst.

Das Prunkstück der Schau hat ein kleines Kabinett für sich: Es ist ein männlicher Statuenkopf aus Basaltstein, noch mit sichtbaren Resten von Malerei, datiert in die Pyramidenzeit, um 2500 vor Christus, dem Beginn der Zeit der Pharaonen. Der Kopf von Museumsqualität, zu sehen am Stand von Sycomore Genf, ist mit 1,6 Millionen Schweizer Franken das teuerste Stück auf der fünften Basel Ancient Art Fair (BAAF), der Spezialmesse für antike Kunst. Die Preise sind zwar auch auf diesem Markt gestiegen, doch nicht vergleichbar mit den gigantischen Summen auf dem Sektor der zeitgenössischen Kunst. 16 Aussteller aus der Schweiz, Deutschland, England, den Niederlanden und den USA zeigen im stilvollen Ambiente des Wenkenhofs in Riehen ihre Schätze der griechisch-römischen Antike, Ägyptens und der frühen Hochkulturen Vorderasiens: ein Museum auf Zeit. Am Standort Basel hat sich die BAAF längst etabliert und zieht als weltweit einzige Spezialmesse dieser Art ein internationales Publikum auch aus dem arabischen und amerikanischen Raum an . Mit der aktuellen Zahl an Ausstellern habe man die Grenzen der Kapazität erreicht, sagt Robert Bigler, Organisationsmitglied der BAAF. Die Reithalle des Wenkenhofs hat sich als Ausstellungsort bewährt .

Die Aussteller sind sämtlich Mitglieder der International Association of Dealers in Ancient Art, die auf strenge Richtlinien in Bezug nicht nur auf Echtheit, sondern auch die Provenienz der Objekte achtet, um vor Raubgrabungen und Diebesgut sicher zu sein. Vorrangig vertreten auf dieser Messe ist der plastische Bereich mit großen Skulpturen und Büsten, Vasen und Gefäßen, aber auch Reliefs und antiker Schmuck werden offeriert. Bei Safani, New York, gehören eine prächtige Steinbock-Skulptur, Bestandteil eines Königsthrons, und ein kraftvolles Sphinx-Objekt ebenso zu den Highlights wie die frühe Idolfigur eines Sternguckers aus Anatolien. Von der ersten Stunde an sind auch zwei Freiburger Galerien dabei: Günter Puhze zeigt unter anderem seltene Mumienporträts aus römischer Zeit und einen apulischen Kelch-Krater mit Darstellungen von Ariadne und Theseus . Bei Jürgen Haering kann man einen Alabaster-Opfertisch aus Saba mit fünf knienden Steinböcken bewundern . Ein anderes besonderes Stück ist ein ägyptisches Sarkophagbrett aus der 21. Dynastie . In polychromer Malerei ist darauf ein mythologisches Totengericht mit Osiris und Anubis dargestellt. Während am Stand der Basler Galerie Jean-David Cahn ein römisches Sarkophag-Relief mit dem Motiv zweier Schiffe die Blicke anzieht.
– BAAF: Riehen, Wenkenhof, bis 12. November, täglich 11–19 Uhr.