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26. Januar 2009
Die Faszination der großen Leinwand
WIEDERSEHEN! Die Kinolandschaft in Freiburg hat sich im vergangenen Jahrhundert immer wieder gewaltig verändert
FREIBURG. Freiburgs Kino-Geschichte reicht zurück bis in die Anfänge der bewegten Bilder: Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es entsprechende Vorführungen von Schaustellern. Doch trotz der um sich greifenden Filmbegeisterung war das 1908 eröffnete Kino "Apollo" an der heutigen Leopoldstraße nur recht kurz im Geschäft.
Am 1. November 1895 hat im Berliner "Wintergarten" an der dortigen Friedrichstraße die erste öffentliche Kinovorführung der Welt stattgefunden. Zuvor hatten die Brüder Max und Emil Skladanowski ebenso wie der Kinotechniker Oskar Meßter, die Franzosen Auguste und Louis Jean Lumière und der amerikanische Ingenieur Thomas Alva Edison dazu beigetragen, den "Kinematographen" vorführungsfähig zu machen. Diese Kinematographen waren die ersten Geräte zur Aufnahme und Wiedergabe bewegter Bilder – also Filmaufnahme- und Filmprojektionsapparate in einem. Dabei wurde die Kamera mit einer Handkurbel gedreht. Das Wort "Kino" ist von Kinematograph (wörtlich übersetzt: "Bewegungsschreiber") abgeleitet. Eines der ersten Kinos überhaupt hatte den Namen "Das lebende Bild". Sein Inhaber war Karl Knübbel in Berlin-Neukölln.Werbung
Auch in Freiburg gab es die bewegten Bilder schon kurz nach der Erfindung des neuen Mediums zu sehen. Gemäß dem Motto "Hereinspaziert, hereinspaziert..." war es das fahrende Volk, das schon vor 1900 auf dem Messplatz im Stadtteil Stühlinger erste Vorführungen mit Kinematographen gab. Die Spieldauer der einzelnen Stummfilme, die von einer Musikkapelle begleitet wurden, betrug aber jeweils nur wenige Minuten. Auch Vorführungen mit Phono-Kinematographen (also inklusive Ton) gab es auf der "Mess", jedoch erst nach der Jahrhundertwende.
Als zweites Kino in Freiburg eröffnete am 25. März 1908 das Apollo in der Kaiserstraße 25 a am Rande von Herdern-Neuburg. Das Gebäude Kaiserstraße 25 am Siegesdenkmal war damals das Meriansche Haus (auch als AEG- und Schunckhaus bekannt). Die Kaiserstraße setzte sich östlich (Richtung Schlossberg) mit den Häusern Kaiserstraße 25a bis 25d fort und schloss an der Ecke Karlstraße mit der Reichsbankstelle (heute Bundesbank-Filiale) ab. Aus der Kaiserstraße 25a wurde ab der NS-Zeit nach und nach erst die Adolf-Hitler-Straße 5, dann die Schlageterstraße 5, die Erasmusstraße 5 und zuletzt der Leopoldring 5.
Die um 1910 entstandene historische Aufnahme zeigt im Erdgeschoss das Kino-Theater Apollo und rechts daneben mit den geschlossenen Rollläden das Wiener Café. Im ersten Stock befand sich die Damenschneiderei Fanny Burg. In den Etagen darüber waren Wohnungen.
Autor: Manfred Gallo


