Ein Dutzend im "Grand Salon"

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Do, 26. Januar 2017

Ausstellungen

Bei internationaler Ausstellung in Bad Säckingen sind auch Künstler aus dem Kreis Lörrach vertreten.

118 Werke von 74 Künstlerinnen und Künstlern aus elf Nationen sind in der internationalen Ausstellung "Grand Salon" in der Bad Säckinger Villa Berberich versammelt. Für diese dritte Ausgabe des von Elena Romanzin kuratierten "Salons" wurden von der Jury zwölf Künstlerinnen und Künstler aus dem Kreis Lörrach ausgewählt, davon neun Mitglieder des Vereins Bildende Kunst Lörrach.

Im Themenraum Landschaft fallen zwei Winterbilder von Insa Hoffmann aus Kandern auf, in gelöstem Pinselduktus gemalte Impressionen eines Stoppelfelds im Winter und einer verschneiten Straße, die an einem Baumhang vorbeiführt.

Im Themenraum Surrealismus finden sich zwei Arbeiten des Lörracher Malers Thomas Bossert. "Die Illusion der Freiheit" heißt eines der vieldeutigen und rätselhaften Gemälde, das einen von Pflanzen bewachsenen Kopf mit verbundenen Augen und wolkenartige Gebilde zeigt, eingesperrt in Holzkästen. Bossert führt in imaginäre Welten voller Metaphern und Symbolik aus der Natur. Auch Helmut Hruschka, von dem zwei Arbeiten zu sehen sind, fügt Figuren, fiktive Landschaften, Türen, Bäume, Fische zu traumartigen fantastisch-irrealen Bildwelten zusammen. Unter der Rubrik Stillleben hängt ein Bild der Lörracher Malerin Marga Golz: Brillant und meisterlich präzise in der Maltechnik zeigt es zwei silbrig glänzende Vögel, die ein gemustertes Band in den Schnäbeln halten.

Im Raum der Porträtmalerei stößt man auf zwei fotorealistisch gemalte Rockmusiker-Konterfeis von Jörg Heitz aus Weil am Rhein. Sehr poppig wirkt sein Bild der Rock-Ikone Udo Lindenberg mit Hut und dunkler Brille vor farbig aufgelockertem blauem und rotem Hintergrund. Wild und anarchisch blickt Sänger Tom Araya von der Metal-Band Slayer aus Heitz’ Porträt.

Im Genre abstrakte Malerei trifft man auf die "Terra Mystica" von Elke Aurich aus Grenzach-Wyhlen. In Mischtechnik auf Leinwand entwirft Aurich in blauen, erdigbraunen und schwarzen Nuancen eine mystische Landschaftsvision zwischen Wasser, Erde und Himmel. "Freie Gedanken" nennt Petra Heck aus Rheinfelden ihr Bild in Action Painting mit eruptiven, frei fließenden Farbströmen und feinen Farbsprengseln: ein Bild von impulsiver Dynamik und leuchtender Farbintensität. Geheimnisvolle Tiefe hat das Bild "Hello from the other side" der Lörracher Malerin Ellen Mosbacher: Eine lichte, fast monochrome Farbfläche ist in der Mitte durchbrochen von einem Rechteck, das Durchblicke auf die "andere Seite" erlaubt. Gerhard Hanemann aus Weil-Ötlingen, Mitglied der Jury, setzt in dem Bild "Licht Effekte" silbrig glänzende Elemente und dichte Strukturen ein. Zwar überwiegt die Malerei in dieser Schau, doch es sind auch einige bemerkenswerte skulpturale Arbeiten aufgebaut. Die Bildhauerin Heike Stadler aus Tannenkirch zeigt in der Skulptur "Geistiger Höhenflug" ihre unkonventionelle Sicht auf den Menschen: ein weiblicher Akt, prall und opulent in der Körperlichkeit, mit extrem schmalem Kopf. Apart, anmutig und fragil wirkt die Figur "Helena" aus Papiermaché von Kathrin Messerschmidt aus Lörrach. An ein vielarmiges mythisches Wesen mit Elefantenkopf erinnert die aus alten Eisenformen zusammengeschweißte Skulptur "Sieben Wünsche" von Veikko Peter aus Lörrach. Frei assoziieren kann der Betrachter in der Installation "Janus" von Ulrich Wössner aus Weil am Rhein. Auf beiden Seiten von farbigen Platten hat er vieldeutige Dinge wie Knochen angebracht.

Grand Salon: Villa Berberich Bad Säckingen, Parkstraße 1, bis 19. Februar, Mittwoch, Donnerstag, Samstag, Sonntag 14 bis 18 Uhr. 11. Februar, 15 Uhr, Führung mit Vorstellung der Preisträger. 19. Februar, 16 Uhr, Verleihung der Publikumspreise.