Der Nino aus Wien

NEUE TONTRÄGER: Ein schräger Poet

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

So, 09. Dezember 2018

Rock & Pop

Pop-Musik aus Österreich hat schon immer (mal wieder) interessante Ergebnisse erzeugt, in den vergangenen Jahren etwa mit Wanda und Bilderbuch. Schon bald ein Jahrzehnt ist nun der 31-jährige Nino Mandl als "Der Nino aus Wien" unterwegs, sein neues Album, das er übermorgen in der Freiburger Mensa-Bar vorstellt, heißt schlicht nach dem Künstler. Nino ist ein Liedermacher, aber wer nun an ebenfalls aus der Alpenrepublik stammende Akteure wie den Ambros oder den Danzer denkt, muss schon sehr genau hinhören, um auch deren Spuren zu entdecken. Zumal Nino nicht gegen den Krieg, sondern voll Poesie über donaustädterischen Dialekt, Dadaismus oder einen schlechten Kick singt. Eher lässt schon das Schräge und die Melodienseligkeit eines Falko grüßen, denn Nino ist, gerade auf dem neuen Album, Popmusik, die sich aber des allzu bieder-eingängigen verwehrt .

Hat Nino den Wiener Schmäh? Es hat wohl das, was sein Landsmann Josef Hader mal sagte, um etwas Unfreundlichkeit beim Charme t nicht auszuschließen: "Wenn jemand charmant ist, dann wäre das ja fast langweilig, wenn da nicht ein bisserl eine Schlitzohrigkeit auch dabei wäre." Nur eines sei bemängelt: "Ich verstehe jedes Wort" schreibt der Nino auf die Rückseite seiner Albumhülle. Logisch und gemein gegenüber denen, denen es nicht so geht. Liedtexte im beigelegten CD-Heft wären hilfreich gewesen.

Otto Schnekenburger
Der Nino aus Wien, Problembär Records
Live: Dienstag, 11. Dezember, 21 Uhr, Mensabar (Rempartstraße 18) Freiburg

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