Fünfte Auflage

Freiburger Bluesfestival stellt Programm vor

Peter Disch

Von Peter Disch

Mo, 10. September 2018 um 19:28 Uhr

Rock & Pop

Legenden, deutsche Könner aus Deutschland, Entdeckungen: Das sind die roten Fäden, die sich auch im fünften Jahr durch das Programm des Freiburger Bluesfestivals ziehen.

Einer der Pioniere, den der ausrichtende Verein Bluesfreunde Freiburg gebucht hat, eröffnet die Reihe: Brian Auger, mittlerweile 79 Jahre alt, hat die Hammondorgel in der Rockmusik salonfähig gemacht. Der Brite tritt am 22. Oktober in der Freiburger Wodan Halle mit seiner Band Oblivion Express und Sänger Alex Ligertwood auf. Ligertwood spielte schon in den Siebzigern mit Auger und sang von 1979 bis 1994 für Carlos Santana. Am selben Abend ist mit dem Österreicher Raphael Wressnig ein Organist zu hören, der als einer der legitimen Nachfolger Augers gilt.

Legende Nummer zwei ist Mike Vernon (25.10., Wodan Halle). Als Produzent hat er in den Sechzigern wegweisende Platten zum Beispiel von John Mayall & The Bluesbreakers betreut und dem Gitarristen Eric Clapton seinen unverkennbaren Sound verpasst, rühmt ihn Harald Brückel vom Blues-Club Chabah in Kandern, der zusammen mit Ralf Deckert das Programm gestaltet. Nach Freiburg kommt der 73-jährige Vernon mit The Mighty Combo um den spanischen Gitarristen Kid Carlos. Das Vorprogramm bestreitet der Argentinier Daniel de Vita, der für Chicago Blues der 50er steht.

Der Gitarrist Richie Arndt aus Bielefeld, bei der renommierten German Blues Challenge gerade mit zwei Preisen bedacht, bringt sein neues Album "Back to Bad" mit. Nach ihm tritt am 23. Oktober in der Wodan Halle James Armstrong auf. Der Amerikaner, der klassischen Blues mit Jazz und Funk mischt, ist einen Tag später in der Staudinger Gesamtschule zu Gast – Musikunterricht der anderen Art, unter dem Motto "Blues in the Schools" fester Bestandteil des Festivalkonzepts.

Mitch Kashmar, begleitet von seiner deutschen Tourband, zeigt am 24. Oktober im Chabah in Kandern, warum er als einer der aktuell besten Mundharmonikaspieler des Blues gilt. Der Eintritt für dieses Konzert ist frei – selbiges gilt für den Auftritt der Bluesmen aus Bretten bei Heidelberg, die am 26. Oktober in der Freiburger Markthalle Songs von Eric Clapton, Keb Mo, den Allman Brothers und anderen Größen interpretieren.

Ein weiterer deutscher Gitarrist, der im Rahmen des Festivals zu hören sein wird, ist Jesper Munk aus München (26. 10., Jazzhaus). Mit seinem jüngst erschienen Album "Favourite Stranger" hat der 26-Jährige seinen Stil spürbar geweitet und sich ein Stück weit vom Blues und Garagenrock verabschiedet, hin zu mehr Soul und einer hippiesken Entspanntheit.

Ganz anders dagegen der Ansatz von Cary Morin (26.10., Birkenmeier Forum, Niederrimsingen): Der Amerikaner ist ein Traditionalist auf der akustischen Gitarre, stilistisch zwischen Bluegrass, Country und Blues zu Hause. Einen eigenen Weg geht auch Ramon Goose. Der britische Gitarrist tritt mit seinem Bass spielenden Bruder und zwei Perkussionisten aus Afrika auf. Das Konzert am 27. Oktober findet im Zehntkeller des Hotels Schloss Reinach in Munzingen statt, das erstmals dabei ist. Mittlerweile sorgen mehr als 30 Sponsoren dafür, dass der Etat von in diesem Jahr 23 000 Euro gedeckt werden kann, sagt Bernd Fahle, der bei den Bluesfreunden das Marketing macht. Eine Unterstützung, die der Verein gut gebrauchen könne. Der Erlös aus den Kartenverkäufen trage nur ein Viertel bis ein Drittel bei. Das Kulturamt schießt 2500 Euro Projektförderung zu. Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach habe den Verein aufgefordert, sich für eine institutionelle Förderung zu bewerben. Mal sehen, was die anstehenden Beratungen des Freiburger Haushalts für 2019/20 bringen.

Freiburg Bluesfestival, 22. bis 27. Oktober. Karten unter http://mehr.bz/fbf18 Weitere Infos: http://www.freiburg-bluesfestival.de