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23. April 2015

Kunst aus Ortenauer Sammlungen

Sammler zeigen ihre Highlights beim Künstlerkreis

Der Künstlerkreis zeigt Highlights aus Ortenauer Kunstsammlungen im Offenburger Artforum.

  1. Der Kurator Rainer Nepita im Gespräch mit einer Besucherin und dem Künstlerkreis-Vorsitzenden Manfred Schlindwein zwischen Werken von Dieter Krieg (an der Wand), Franz Bernhard (Bodenskulptur) und Karl Manfred Rennertz (geflammte Holz-Figur) Foto: Breithaupt

OFFENBURG. Eine einzigartige Schau von Museumsrang gibt es derzeit im Künstlerkreis im Artforum zu sehen. Kurator Rainer Nepita hat sich im Jubiläumsjahr auf den Weg zu Ortenauer Sammlern und Förderern des Künstlerkreises, der nun seit 35 Jahren besteht, gemacht und um Leihgaben für eine ganz besondere Ausstellung gebeten: Verborgene Schätze aus Ortenauer Kunstsammlungen.

Die Leihgaben, die man sonst kaum je zu Gesicht bekommt, stammen aus den Sammlungen der Volksbank Offenburg und der Sparkasse Offenburg, der Stadt Offenburg, von den Badischen Stahlwerken Kehl und von diversen genannten und ungenannten privaten Sammlern. Die Hälfte der ausgestellten 15 Künstler lebt schon nicht mehr. Die Werke umspannen die Zeit von 1927 bis 2011.

Dominiert wird der Raum zunächst von drei Werken. Ein großformatiges Gemälde von Dieter Krieg (1937 bis 2005) aus der Sammlung Rüdiger Hurrle, das schon einmal, noch in der "Alten Wäscherei", dem früheren Domizil des Künstlerkreises, gezeigt, dann seinerzeit von dort aus verkauft und seither nicht mehr gezeigt wurde, ziert die große Wand. Zu Füßen liegt eine mächtige Skulptur von Franz Bernhard (1934-2013) aus der Sammlung der Stadt Offenburg. Schließlich hängt die phänomenale, kraftvoll urwüchsige Malerei in zwei Werken von Artur Stoll (1947 bis 2003) dem gegenüber. Hinzu kommen im Erdgeschoss der Galerie eine frühe, geflammte überlebensgroße Holz-Figur aus dem Jahr 1982 von Karl Manfred Rennertz, eine buddhistische Figur in leuchtendem Rot von Hermann Weber, Gräser und Erdabreibungen von "hermann de vries", der auf der Kleinschreibung seines Namens besteht und in diesem Jahr an der Biennale in Venedig beteiligt ist, ein monumentales Gemälde von Markus Oehlen und eine vibrierende, ausgefranste schwarze Farbfläche von Lothar Quinte (1923 bis 2000).

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Im oberen Bereich der Galerie dominieren Peter Dreher, Gretel Haas-Gerber (1903 bis 1998) und Lothar Fischer (1933 bis 2004). Dreher ist mit vier Werken aus der Wasserglas-Serie "Tag um Tag guter Tag" und einem großen Bild, einer Raumkomposition, vertreten. Von der Offenburger Malerin Gretel Haas-Gerber hat Rainer Nepita drei Werke, ein frühes Porträt (1927), ein sozialkritisches Werk (1978/79) und ein spätes gezeichnetes Selbstbildnis (1997) zeitumspannend ausgewählt. Eine in ihrem äußeren Maß vergleichsweise kleine Arbeit "Heiliger Sebastian" (1960) ist von Lothar Fischer, einem der Mitglieder der Gruppe Spur.

Dann wird es noch artenreicher mit je einer kleinen Arbeit von 1954 von Thomas Grochowiak (1914 bis 2012) und von 1967 von Rainer Küchenmeister (1926 bis 2010). Dazwischen ein Figurenbild von 1982 von Jürgen Brodwolf und am Ende der Galerie ganz andere, nüchtern mathematisch inspirierte Arbeiten des Oppenauers Tim Otto Roth, dem Youngster in diesem Tableau an Künstlern. Einzigartig ist die Schau, weil die Arbeiten so in dieser Zusammenstellung nicht wieder zu sehen sein werden, hochkarätig ist sie aufgrund der Arbeiten: sonst verborgene Schätze im Licht der Öffentlichkeit.
Künstlerkreis im Artforum, Okenstraße 57, Haupteingang Tullastraße, D-77652 Offenburg, +49 (0) 781-73622, Öffnungszeiten: Fr. 17-20 Uhr, Sa. u. So. 14-17 Uhr. Ausstellungsdauer bis 17. Mai.

Autor: Susanne Ramm-Weber