Interview

Wagenstadter Klaus Biehler und seine Band Bail stellen neues Album vor

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Di, 12. Februar 2019 um 10:05 Uhr

Herbolzheim

Klaus Biehler stellt zusammen mit seiner Band Bail am Samstag, 16. Februar, in Tutschfelden das neue Album "Sunshame" vor. Vorab sprach er mit Christiane Franz.

Drei Musikgruppen treten am Samstag, 16. Februar, unter dem Titel "Sounds of Wagenstadt" im Bürgerhaus Tutschfelden auf. Eine davon ist Bail, deren neues Album "Sunshame" demnächst erscheint. Klaus Biehler sprach vorab mit Christiane Franz über die Art der Musik und über den Inhalt der englischsprachigen Texte

BZ: Herr Biehler, von Ihnen stammen sowohl die Texte als auch die Musik der Songs. Was davon erscheint Ihnen wichtiger?

Biehler: Wichtiger ist nichts. Es gibt kein Lied, bei dem der Text egal ist. Und wenn sie live gespielt werden, geht der Text oft unter, egal ob auf Englisch oder in der Muttersprache. Was live mehr zählt: dass das Lied etwas taugt. Wenn ich die CD höre, ist das anders. Ich mag keine Musik, deren Texte nichts sagen, abgesehen von den frühen Beatles.

BZ: Worum geht es denn in den Texten?

Biehler: Es geht ganz viel um innere Zustände von mir, sehr persönlich, aber oftmals abstrahiert. Es sind Bilder von Beziehungen, viel Existenzielles. Ich beschäftige mich auf der CD mit menschlichen Abgründen, menschlichen Schwächen und mit dem Tod. Wie bei "This letter ist dad", bei dem ein Brief des Vaters aus dem Jenseits kommt. Manche Texte beinhalten Dialoge. Mancher Titel klingt provokant, ist inhaltlich aber subtiler. Etwa "True love hates" oder "I am only afraid of people I know". Es geht in diesem Lied darum, dass man immer versucht, bei eigenem Fehlverhalten die Schuld auf andere zu schieben. Das Gerüst für diesen Text waren jeweils zwei widersprüchliche, teils absurde Zeilen. Ich setzte mich hin und schrieb zwei Seiten voll. Im Song habe ich dann die stärksten Zeilen verwendet.

BZ: Wie würden Sie die Musikrichtung beschreiben?

Biehler: Musikstile sind wie Schubladen, in die man gesteckt wird, die aber oft nichts aussagen. Wir haben unseren Stil selbst einmal scherzhaft mit "Melancholiependent" bezeichnet. Mal ist die Musik abgründig, mal spielen wir euphorische Hymnen. In jedem Fall ist es Musik, die nicht nach Hitparaden schielt. Deshalb "Independent". Und die Melancholie ist das vorherrschende Gefühl. Unsere Musik ist sehr gitarrenlastig, wir haben unterschiedliche Gitarrensounds. So klingt Marco Hoffmanns Spiel meist verzerrt, meines atmosphärisch. Bertram Hensle steuert die akustische Gitarre bei. Anspruchsvoll ist das Spiel eigener Melodien im Bass von Oliver Schüppler. Und unsere Schlagzeuger Matthias van Steenis ist ruhiger Mensch, spielt aber sehr kraftvoll. Er ist übrigens Schlagzeuger der Freiburger Ska-Band "Refrigerators".

Klaus Biehler (47) lebt mit seiner Familie im Herbolzheimer Ortsteil Wagenstadt. Seit seinem 13. Lebensjahr macht er Musik.

Konzert und Kunst

Die Veranstaltung findet am Samstag, 16. Februar, 20 Uhr im Bürgerhaus Tutschfelden statt (Einlass 19 Uhr). Mit dabei sind die Band Bail, das Akustik-Duo Moonclaws (Simone und Klaus Biehler) sowie Gastmusiker und Fisch & Friends (Helmut Fischer und Uwe Geyler). Im Foyer sind Werke von Kunstschaffenden zu sehen. Vorverkauf: Tourismusbüro Torhaus Herbolzheim.