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20. Juli 2012 09:16 Uhr

ZMF 2012

Wie war’s bei… Caro Emerald auf dem ZMF in Freiburg?

Retro-Swing im brütend warmen Zirkuszelt auf dem Freiburger Mundenhof – das gab es bei dem Konzert von Caro Emerald auf dem Zelt-Musik-Festival. Thomas Steiner berichtet, wie’s war:

  1. Caro Emerald im Zirkuszelt. Foto: Dominic Rock

Im Publikum: Blumen im Haar und Kleider trugen tatsächlich einige der Damen, Anzüge aber gab es nur auf der Bühne zu sehen. Die extra gut angezogenen Besucher, die Caro Emerald, wie sie im BZ-Interview vorher erzählte, auf ihren Konzerten schon gesehen hat, sie waren hier nicht, beim ZMF-Auftritt der Holländerin. Es wäre aber auch im Anzug viel zu heiß gewesen im Zirkuszelt. Wie haben das ihre Musiker ausgehalten? (Fotos)

Die Sängerin: Caro Emerald hat, das zeigte sich in einigen Passagen des Konzerts, zumal wenn sie a cappella sang, nicht die aller umfangreichste und wendigste Stimme. Aber in ihrem Stimmbereich singt sie auf eine Art, die zu den unverwüstlichen Swing-Songs passt: Mag auch das Leben (im Text) manches Ungemach mit sich bringen, diese Frau haut (stimmlich) nichts um.

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Die Musik: Caro Emerald ist mit einer Retromusik bekannt geworden, in der alte, jazzige Tanzmusik mit modernen, digitalen Einlagen versehen wird. Auf der Bühne funktioniert die nochmal besser, weil die Band mit einer dreiköpfigen Bläsersektion versehen ist, die schneidig und dynamisch die Stücke voranbringt. Die Rhythmussektion swingt hart, und der Gitarrist setzt mit traurigen Akkorden erzählerische Akzente.

Die Songs: Die Stücke, die Caro Emerald von ihren drei Komponisten und Produzenten auf den Leib geschneidert wurden, sind Genrestücke, in denen Herzen gebrochen werden und andere Frauen den Mann klauen oder in denen in dieser einen Nacht dieser eine Mann auftaucht. Nicht wenige davon sind echte Ohrwürmer, die ihre melodische Bohrkraft auch auf der Bühne beweisen.

Die Show: Einige der Stücke werden vom DJ mit Stimmsamples im Stile alter Detektivfilme eingeführt. Und überhaupt entführt die ganze Show in Zeiten, in denen es noch Tanzlokale und Telefonfräuleins gab. Das ist ohne tiefere Botschaft, weder ist der Stil von Caro Emerald ernsthaft nostalgisch noch gebrochen ironisch. Stattdessen bietet es etwas mehr als anderthalb Stunden solide Unterhaltung, als wenn man in einem echten Zirkuszelt gewesen wäre. Nur dass man hier ein Lied auf den Lippen hat auf dem Heimweg.

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Autor: Thomas Steiner