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08. August 2008

Wissen, was in dem Wasser enthalten ist

Harald Gülzow vom Labormobil untersuchte 23 Gießwasserproben aus Hähnen und Brunnen

  1. Christine Nufer aus Kappel-Grafenhausen bringt Harald Gülzow vom Labormobil Wasserproben zur Untersuchung. Foto: Frank Leonhardt

FRIESENHEIM (leo). Bereits seit den 80er Jahren kommt Harald Gülzow mit seinem Labormobil in die Region, um Wasserproben von Bürgern zu untersuchen. Am Mittwoch stand sein rollendes Labor auf dem Eisweiher in Friesenheim; 23 Proben konnte der Diplom-Physiker aus Geldern am Niederrhein entgegennehmen.

Harald Gülzow ist Mitarbeiter beim VSR-Gewässerschutz, einem gemeinnützigen Verein, der sich seit 1981 mit den Belastungen der Fließgewässer und des Grundwassers im Einzugsgebiet der Nordsee befasst; durch den Rhein mit seinen Nebenflüssen liegt auch die Ortenau darin. Teilweise sensibilisiert durch Pressemitteilungen über Uran-Belastungen im Trinkwasser brachten Einwohner aus dem Lahrer Großraum ihre Proben, die sie vornehmlich Brunnen, aber auch der Leitung oder einer Quelle entnommen hatten, in Sprudelflaschen an den Eisweiher. Die Ergebnisse der kleinen Gießwasseruntersuchung konnten noch am selben Tag abgeholt werden. Dabei wurden die Proben auf Nitrat-, Säure- und Salzgehalt überprüft.

Was die hiesigen Probanten betrifft, kam Harald Gülzow zu folgendem Ergebnis: Alle eingereichten Wasserproben waren zum Gießen geeignet, zur Gartenteichnutzung ungefähr nur die Hälfte. Wer Genaueres wissen will, musste weitergehende Untersuchungen beauftragen; diese Ergebnisse kommen dann in etwa zwei Wochen per Post aus dem Gelderner Labor.

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Christine Nufer aus Kappel-Grafenhausen brachte zwei gefüllte Sprudelflaschen, eine mit Wasser aus der Leitung und eine mit Brunnenwasser. "Ich lebe sehr naturbewusst und möchte wissen, womit ich meine Pflanzen gieße. Außerdem interessiert mich, was aus der Wasserleitung kommt." Wasser-Spezialist Gülzow bestätigt: "Was aus dem Hahn kommt, muss noch lange nicht dem entsprechen, was das Wasserwerk einspeist und was der Wasseranbieter garantiert. Auf dem Weg zum Verbraucher gibt es viele Quellen der Verunreinigung."

Probenanlieferer Anton Trahasch aus Lahr-Sulz spricht vom Wasser als etwas "Heiligem", das sauber sein müsse. Uran ist bei der Untersuchung kein Thema, da es in den bei Brunnen üblichen Tiefen bis zu 20 Metern noch nicht vorkommt, sondern erst in viel größeren Tiefen. Während die kleine Sofortuntersuchung für zwölf Euro zu haben ist, legt eine Frau aus Meißenheim gleich 128 Euro auf den Tisch. Sie will es ganz genau wissen und hat für ihre beiden Proben die große Trinkwasser- sowie die große Brauchwasseruntersuchung in Auftrag gegeben. "Ich wohne direkt neben einem Maisfeld. Der Landwirt hat dieses Jahr schon fünfmal gespritzt. Ich möchte nicht wissen, was für Gifte in den Nebelwolken sind, die zu uns rüberwehen und ins Grundwasser gelangen. Die Bauern wissen wahrscheinlich gar nicht, mit welchen Zeitbomben sie hantieren."

http://www.vsr-gewaesserschutz.de

Autor: leo