Südfrankreich

Bulle spießt Torero bei Stierkampf auf

dpa

Von dpa

Mo, 19. Juni 2017

Panorama

Spanischer Stierkämpfer ist bei einem Kampf in der Arena von einem Stier tödlich verletzt worden.

AIRE-SUR-L’ADOUR (AFP). Der bekannte spanische Torero Iván Fandiño ist bei einem Kampf in der Arena von einem Stier tödlich verletzt worden. Der 36-Jährige erlag am Samstagabend nach Angaben der Gesundheitsdienste in einem südfranzösischen Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, nachdem er vom Horn des Stieres durchbohrt worden war. Stierkampfanhänger äußerten sich bestürzt über seinen Tod, auch die spanische Regierung und das Königshaus kondolierten.

Das Unglück ereignete sich bei einem Stierkampffestival in der südwestfranzösischen Kleinstadt Aire-sur-l’Adour. Der Baske Fandiño verfing sich während des Kampfes mit einem Bullen in seinem Cape und geriet ins Straucheln. Der Stier bohrte sein Horn von hinten durch die Lunge des Toreros. Schwer verletzt wurde Fandiño aus der Arena getragen und starb kurze Zeit später. Zuvor hatte der Torero bei dem Festival noch einen anderen Stier besiegt und ihm ein Ohr abgeschnitten. Das spanische Königshaus schrieb auf dem Kurzbotschaftsdienst Twitter, es trauere um eine große Persönlichkeit des Stierkampfes. Auch Regierungschef Mariano Rajoy sprach von einer traurigen Nachricht. Stierkämpfer aus Spanien und Frankreich würdigten Fandiño als großen Kämpfer. Fandiño ist bereits der zweite spanische Torero, der in einem Zeitraum von zwölf Monaten im Kampf getötet wurde. Im Juli 2016 verfolgten entsetzte Fernsehzuschauer live mit, wie ein Stier mit seinen Hörnern die Brust des 29-jährigen Victor Barrio durchbohrte. Kurz zuvor war ein mexikanischer Torero nach einem ähnlichen Vorfall seinen Verletzungen erlegen.

Der Stierkampf ist in Spanien immer noch sehr beliebt. 2015 erklärte die Regierung den Stierkampf zum "immateriellen Kulturerbe". Doch wird im französischen Baskenland und in Spanien seit Jahren auch über die Stierkampftradition gestritten.