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14. September 2017

Cassini soll in den Saturn stürzen

Die Nasa-Sonde hat den Gasriesen und seine Ringe erkundet – zum Ende der Mission steht ihr ein spektakuläres Manöver bevor.

  1. 20 Jahrelang unterwegs: Computersimulation der Raumsonde Cassini im Saturnsystem Foto: dpa

WASHINGTON. Auf das "große Finale" folgt ein Ende mit Knall: Rund 20 Jahre nach ihrem Start soll sich die Raumsonde Cassini am Freitag kontrolliert in den Saturn stürzen. "Das Ende der Mission wird ein ergreifender Moment, aber ein passender und sehr wichtiger Abschluss einer beeindruckenden Reise", sagt Earl Maize von der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

"Indem wir das Raumschiff sicher in der Atmosphäre des Saturn entsorgen, verhindern wir jede Möglichkeit, dass Cassini in der Zukunft irgendwann auf die Monde des Saturns auftreffen und damit ihre unberührte weitere Erkundung unmöglich machen könnte." Zuvor war Cassini als erste Raumsonde in der Region 22 Mal zwischen dem Planeten und seinen Ringen hindurchgeflogen.

Das "letzte Abtauchen" per Fernsteurung beginnt nach Angaben der Nasa am Freitag um 10.37 Uhr (MESZ), dann geht es für die Sonde hinein in die Atmosphäre des Gasriesen. Gegen 13.54 Uhr erwartet die Nasa via Radiowellen das letzte Signal von Cassini von rund 1500 Kilometern über den Wolken des Saturn, bevor die Sonde wie ein Meteor auseinanderbricht.

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Bis zuletzt soll die 12 600 Kilogramm schwere Sonde, die 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommen war, funken. Die Kamera wird zwar schon am Tag vor dem Absturz abgestellt, aber acht der zwölf wissenschaftlichen Instrumente an Bord von Cassini arbeiten weiter. "Während des Rasens in die Atmosphäre werden wir in Echtzeit Daten senden – das gab es noch nie am Saturn", sagt Nasa-Managerin Lisa Spilker. Wertvolle Daten etwa über die Zusammensetzung der Atmosphäre des Saturn sollen so gesammelt werden.

Wissenschaftler sind gespannt – ohnehin aber hat die 1997 gestartete und rund 3,2 Milliarden Dollar teure Mission, an der Tausende Mitarbeiter aus 17 Ländern beteiligt sind, alle Erwartungen übererfüllt. "Die Mission war vollgepackt mit wissenschaftlichen Premieren", sagt Spilker. Noch nie zuvor hatte sich eine Sonde in die Region der Saturn-Ringe gewagt. Cassini hat das Verständnis über den Planeten und seine Ringe revolutioniert und einiges entdeckt, was Forscher begeisterte – etwa einen Ozean auf dem Mond Enceladus, der möglicherweise Leben dort zulassen könnte, und flüssige Methan-Seen auf dem Mond Titan.

Zum Schluss war Cassini in einem "großen Finale" 22 Mal mit spektakulären Manövern zwischen dem Saturn und seinen Ringen hindurchgetaucht. Teils lagen die Flughöhen nur rund 1700 Kilometer über der obersten Wolkendecke des Planeten. Die faszinierenden Fotos, die Cassini auf aufnahm, ließen Wissenschaftler ins Schwärmen geraten. So wie Nasa-Manager Jim Green: "In der Tradition der großartigsten Erkundung hat Cassini den Weg markiert, uns neue Wunder gezeigt und uns vorgemacht, wohin unsere Neugier uns bringen kann, wenn wir es wagen."

Autor: Christina Horsten (dpa)