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22. September 2017

Puerto Rico

Hurrikan Maria richtet hohen Schaden an

Weite Teile Puerto Ricos sind nach dem Durchzug von Hurrikan Maria überschwemmt / Kein Strom.

  1. Mit 250 Stundenkilometern fegte Hurrikan Maria über Puerto Rico Foto: DPA

SAN JUAN (dpa). Überflutungen, zerstörte Häuser, ein landesweiter Stromausfall: Die Karibikinsel Puerto Rico ist von einem der stärksten Stürme ihrer jüngsten Geschichte getroffen worden. Hurrikan Maria tobte am Mittwoch (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometern über dem US-Außengebiet. Mindestens ein Mensch starb, wie Gouverneur Ricardo Rosselló dem US-Sender "CNN" bestätigte. Landesweit brach das Stromnetz zusammen. US-Präsident Donald Trump verhängte für die Insel den Katastrophenzustand.

Es werde im schlimmsten Fall Monate dauern, bis die rund 3,4 Millionen Bewohner wieder Elektrizität hätten, so der Gouverneur. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami gab in der Nacht zu Donnerstag immerhin Entwarnung für die Insel. Der Sturm der Stärke 3 bewege sich rund 85 Kilometer von der im Osten gelegenen Stadt Punta Cana mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde nordostwärts und solle am Donnerstag an der Dominikanischen Republik vorbeiziehen. Danach werde sich Maria weiter in Richtung Bahamas bewegen. Unklar ist noch, ob der Hurrikan am Wochenende das US-Festland treffen könnte.

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Der Sturm hatte auf seinem Zug durch die Karibik auch schwere Verwüstungen auf der Insel Dominica und im französischen Überseegebiet Guadeloupe angerichtet. In Dominica starben nach Angaben der Behörden mindestens 14 Menschen, in Guadeloupe wurden zwei Tote gemeldet. Hurrikans entstehen, wenn das Wasser der Ozeane mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Dann steigt feuchte, warme Luft nach oben, die zu wirbeln beginnt und dem Sturm Energie gibt.

In Puerto Rico verwandelten sich durch Maria binnen eines Tages Straßen in Flüsse, Hausdächer flogen umher, Autos wurden wie Spielzeug umgeworfen und zahllose Bäume entwurzelt. "Puerto Rico wird, wenn wir das überstanden haben, definitiv eine zerstörte Insel sein", sagte der Direktor der Notfallbehörde, Abner Gómez. Es wurden 500 Notunterkünfte auf der ganzen Insel eingerichtet. Puerto Rico wurde zuletzt 1928 von Hurrikan San Felipe stark getroffen.

Gouverneur Rosselló sagte dem Sender CNN, ein Mann sei von einem Brett erschlagen worden, das der starke Wind von einem Haus gerissen habe. Über weitere Opfer sei noch nichts bekannt. "Wir haben immer noch kaum Informationen", erklärte er. Es sei noch nicht möglich, mit dem Südosten der Insel Kontakt aufzunehmen. Im ganzen Land sei der Strom ausgefallen. Die Wiederherstellung auf dem vorherigen Niveau ist eine der größten Herausforderungen. San Juans Bürgermeisterin Carmen Yulin Cruz sagte, dies könne bis zu vier Monate dauern. Es wurden Hunderte Notunterkünfte errichtet.

Autor: dpa