Geldstrafe nach illegalem Autorennen

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Von dpa

Do, 12. Juli 2018

Panorama

In Augsburg fand der erste Prozess nach einer Gesetzesnovelle von 2017 statt.

AUGSBURG (dpa). Wer öffentliche Straßen für illegale Rennen missbraucht, muss seit 2017 mit deutlichen Strafen rechnen. In Augsburg sind zwei Fahrer, die sich mit ihren PS-starken Autos Kurzstreckenduelle geliefert hatten, entsprechend bestraft worden. Das Amtsgericht verurteilte die 24 und 26 Jahre alten Männer am Mittwoch zu Geldstrafen.

Die Männer waren Mitte Oktober 2017 ein Rennen gefahren – einen Tag nachdem das Gesetz gegen solche Straßenrennen in Kraft getreten war. Zuvor wäre das Treiben der Fahrer nur eine Ordnungswidrigkeit gewesen. Das Augsburger Verfahren gehörte zu den bundesweit ersten nach dem neuen Paragrafen.

Nun bekamen die Angeklagten ihre Quittung. Sie erhielten Geldstrafen von 1500 und 2000 Euro. Ihre Führerscheine wurde bereits nach der Tat eingezogen und dürfen erst nach einer Sperre von sieben Monaten neu beantragt werden. Die Urteile wurden sofort rechtskräftig, da alle Seiten auf Rechtsmittel verzichteten. Ein dritter Fahrer, der bei den Rennen dabei war, war bereits per Strafbefehl verurteilt worden. Die verbliebenen zwei Angeklagten hatten in der Verhandlung zunächst geleugnet. Aber die Minirennen waren von einer Zivilstreife der Polizei gefilmt worden. Danach räumten die beiden Männer die Rennen zumindest teilweise ein.

Staatsanwalt Michael Nißl wurde deutlich. Die Botschaft sei: "Es kostet Geld, Lappen weg und – wenn es blöd läuft – auch noch Kiste weg." Denn der Gesetzgeber hat sogar die Möglichkeit geschaffen, die Autos einzuziehen. Auch im Fall der drei Augsburger Raser waren deren 339 bis 549 PS starke Sportwagen zunächst beschlagnahmt worden. Doch aufgrund der Verhältnismäßigkeit gab die Justiz die Fahrzeuge später zurück. Denn alle Parteien waren einig, dass die angeklagten Beschleunigungsfahrten über nur wenige hundert Meter kein besonders schweres Delikt seien. Durch die Fahrt über die autobahnähnliche Bundesstraße 17 wurde auch niemand gefährdet.