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19. Mai 2017

Kaiserfamilie

Japan sorgt sich um die Thronfolge

Der Kaiserfamilie gehen die Mütter aus / Prinzessin Mako wird durch ihre Heirat bürgerlich.

  1. Prinzessin Mako Foto: dpa

TOKIO (AFP). Angesichts der bevorstehenden Verlobung der japanischen Prinzessin Mako mit einem Bürgerlichen wächst in Japan die Sorge um die Thronfolge in der Kaiserfamilie. Da alle weiblichen Mitglieder der Kaiserfamilie bei Heirat mit einem Bürgerlichen ihren royalen Status verlieren, ist mit der Verlobung der Enkelin von Kaiser Akihito die Debatte um eine Gesetzesänderung neu entbrannt – vor allem angesichts eines akuten Mangels an männlichen Thronfolgern. Obwohl Japan in früheren Jahrhunderten bereits von Herrscherinnen regiert wurde, lehnen Konservative wie Regierungschef Shinzo Abe eine Gesetzesänderung ab.

Der japanische Rundfunksender NHK hatte Makos Verlobung am Dienstagabend vermeldet – seither dominiert das Thema die Talkshows und Schlagzeilen des Landes. Der mutmaßliche Verlobte, der 25-jährige Kei Komuro, äußerte sich am Mittwoch zwar kurz vor Journalisten, beantwortete aber keine Fragen zu seiner Verlobung. Er sagte lediglich, dass er sich dazu äußern werde, "wenn die Zeit gekommen ist". Es wird erwartet, dass die Verbindung erst in den kommenden Wochen offiziell verkündet wird.

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Für Mako hätte der Schritt schwerwiegendere Folgen als für ihren Bruder. Nur weibliche Mitglieder der Kaiserfamilie verlieren bei einer Heirat mit einem Bürgerlichen ihren royalen Status – männliche hingegen nicht. Auch Kaiser Akihito und seine beiden Söhne sind mit Bürgerlichen verheiratet. Derzeit bereitet die japanische Regierung ein Gesetz vor, das es dem Kaiser ermöglichen soll, zugunsten seines ältesten Sohns Naruhito abzudanken. In der Thronfolge hinter Naruhito stehen sein Bruder Akishino und dessen zehnjähriger Sohn Hisahito. Weitere männliche Thronfolger gibt es nicht.

Autor: afp