Japans Antrag ist gescheitert

dpa

Von dpa

Sa, 15. September 2018

Panorama

Kein kommerzieller Walfang.

FLORIANÓPOLIS (dpa). Die von Japan angestrebte Einführung der kommerziellen Waljagd ist gescheitert. Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat am Freitag im brasilianischen Florianópolis mit 41 gegen 27 Stimmen den japanischen Antrag zur Aufhebung des Walfang-Moratoriums abgewiesen. Die EU stimmte gegen den Antrag.

Japan befürwortete die Wiedereinführung des kommerziellen Walfangs mit der Begründung, das Aussterben der größten Meeressäugetiere sei kein aktuelles Risiko mehr. Ein "nachhaltiger" Walfang sei nach 32 Jahren wieder möglich. Die IWC hat jedoch beschlossen, von der Jagdkontrolle zu einem ständigen Schutz der weltweiten Walbestände überzugehen. Künftig soll die wirtschaftliche Nutzung von Walbeständen ausschließlich im touristischen Whale-Watching möglich sein. Ziel sei die Erholung der globalen Walpopulation auf den Stand vor Beginn der industriellen Jagd.

Der japanische Fischerei-Vizeminister Masaaki Taniai sagte nach der Abstimmung in Florianópolis, die IWC respektiere keine Meinungsverschiedenheiten. Japan werde aber mit der IWC weiterarbeiten. "Die IWC hat heute einen Rückfall in die Walfang-Ära verhindert und behält den Schutz der Wale klar im Blick", sagte dagegen Arnulf Köhncke von der Umweltstiftung WWF. Japan sei zu Recht gescheitert. "Erstens gibt es keinen wirtschaftlichen Bedarf für Walfleisch und zweitens haben sich etliche Walbestände noch immer nicht vom kommerziellen Walfang erholt." Fangquoten für die Ureinwohner Alaskas, Russlands, Grönlands, St. Vincents und der Grenadinen werden weiterhin genehmigt.