26. Mai 2009
Mundschutz Marke Eigenbau
TOKIO. Die Angst vor der Schweinegrippe hat in Japan zu einem Ausverkauf der Gesichtsmasken geführt. Tüftler greifen deshalb zunehmend zu Masken der Marke Eigenbau. Und während der Mund- und Nasenschutz für viele Japaner schon seit Jahren zur Alltagskleidung gehört, verstecken sich jetzt auch viele japanische Touristen im Ausland hinter einer Gesichtsmaske.

- Nicht ohne meine Maske: In Japan ist die Nachfrage nach dem Mund- und Nasenschutz in die Höhe geschnellt. | Foto: dpa
Denn in Japan ist es schon seit Jahrzehnten üblich, auch ohne erkennbare Epidemiegefahr Mund und Nase zu verhüllen. Die Menschen tragen die Masken nicht nur, um sich vor Viren zu schützen, sondern auch als Schutz vor Wanzen, Staub und Allergien. Und Japaner, die auf Etikette achten, binden sie um, wenn sie selbst erkältet sind, um die Mitmenschen nicht anzustecken. "Es ist Teil der japanischen Psyche, sich um jeden Preis gegen Krankheiten schützen zu wollen", sagt Naoya Fujita von Japans Industrievereinigung für Hygieneprodukte.
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Seit allerdings die Schweinegrippe das Land erreicht hat, ist die Nachfrage nach Gesichtsmasken so rasant gestiegen, dass sie vielerorts vergriffen sind. Die Stadt Tatsuno zeigt deshalb auf ihrer Internetseite, wie eine einfache Maske aus Gaze, Papiertaschentuch und Gummibändern gebaut wird. Eine Klinik rät zum Bau von Atemmasken aus Küchenkrepp. Die Zeitschrift Aera hat skurrile Eigenbau-Schutzmasken getestet, darunter einen Mundschutz aus Kaffeefiltern, mit dem der Träger aussehe wie Donald Duck. Und ein Blogger brachte eine zur Maske umfunktionierte Damenbinde ins Spiel. Doch bei alledem sind sich Experten in Japan über die Wirksamkeit der Gesichtsmasken uneinig. Es sei schwer, Viren in der Luft komplett abzublocken, sagen viele. Aber Masken seien besser als gar kein Schutz.
Autor: Angela Köhler und AFP




