Rheintalstrecke

Bahn auf Kompromisskurs – Tunnel-Erkundung nimmt Fahrt auf

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Di, 08. Februar 2011 um 20:46 Uhr

Südwest

Probebohrungen für einen Tunnel in Offenburg noch im Februar, besserer Lärmschutz in Weil-Haltingen, Kompromissfindung mit Bürgerinitiativen im Raum Freiburg: Bei der Planung der Rheintalbahn überschlagen sich die Ereignisse.

Bei der Planung der Rheintalbahn kommen Bund, Bahn und das Land den Forderungen aus der Region entgegen. So sollen die von den Bürgerinitiativen vorgebrachten Alternativen genauer unter die Lupe genommen werden. Zu diesem ersten Schritt verabredete sich der Projektbeirat in seiner Sitzung in Stuttgart nach Angaben von Teilnehmern der Runde. Bereits in diesem Monat sollen demnach in Offenburg die Probebohrung beginnen, um den Untergrund der Stadt zu erkunden. Bund und Land haben zugesagt, die Kosten in Höhe von 750.000 Euro zu übernehmen.

Bis Ende des Jahres soll Klarheit darüber bestehen, ob ein Tunnel technisch überhaupt machbar ist. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Bodenuntersuchungen soll eine mögliche Trasse festgelegt werden. Bisher nicht diskutiert wurde die Frage, wie der Tunnel aussehen soll. Während die Stadt und das Land einen reinen Güterverkehrstunnel bauen wollen, hatte Bahnchef Rüdiger Grube bei seinem Besuch im Oktober klargestellt, er wäre "mit dem Klammerbeutel gepudert", wenn er die Nutzung für den Personenverkehr ausschließen würde. Ein Tunnel für Hochgeschwindigkeitszüge müsste jedoch anders gebaut werden. Gegenüber der Badischen Zeitung schloss Verkehrsministerin Tanja Gönner (BZ-Interview) als Alternative den Bau einer Westumfahrung Offenburgs aus.

Freiburger Bucht: Schneller Kompromiss von Bahn und Bürgerinitiativen?

Südlich von Offenburg soll nun auch die alternative Trasse neben der Autobahn vertieft untersucht werden, und zwar hinsichtlich aller Kriterien. Für den Bereich der Freiburger Bucht wollen Bahn und Bürgerinitiativen eine gemeinsame Kompromissvariante erarbeiten und diese als Vorschlag in das Verfahren einbringen. Dadurch könnte dieses beschleunigt werden.

Auch dass weiter südlich die geforderte "Bürgertrasse" genauer untersucht wird, werten Sitzungsteilnehmer als Entgegenkommen von Bund und Bahn. Zumal für den nördlichen Zulauf zum Katzenbergtunnel vereinbart wurde zu prüfen, ob eine Unterquerung der Trasse nötig ist. Dadurch ließe sich die Forderung der Region leichter erfüllen, möglichst alle Güterzüge durch den Tunnel zu führen.

In Weil-Haltingen soll der Lärmschutz verbessert werden

Kein Entgegenkommen gab es für den Abschnitt bei Weil am Rhein. Den dortigen Planfeststellungsbeschluss wollte man nicht mehr zur Diskussion stellen. Allerdings wird in der Ortsdurchfahrt Haltingen der Lärmschutz verbessert.

Grundsätzlich erneuerte Staatssekretär Klaus-Dieter Scheuerle das Versprechen, dass künftig keine Planfeststellungsbeschlüsse mehr ohne Zustimmung des Projektbeirats ergehen. Diese Zusage gab es in der Vergangenheit, doch wurde sie im Fall Weil am Rhein nicht eingehalten.

Außerdem solle die Rheintalbahn geplant werden, als gäbe es keinen Schienenbonus. Dafür soll ein Modellprojekt geschaffen werden.

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