Messe warnt vor Millionenverlust

Michael Baas

Von Michael Baas

Mi, 05. September 2018

Basel

MCH Group kündigt weitere Abschreibung für Basler Messehalle an.

BASEL (alb). Die Messe Schweiz (MCH Group) wartet mit neuen Hiobsbotschaften auf. Mit der Vorlage des Halbjahresberichtes am Dienstag veröffentlichte das Basler Unternehmen eine deutliche Gewinnwarnung. Wegen weiterer Wertberichtigungen sei 2018 ein neuerlicher dreistelliger Millionenverlust nicht auszuschließen, heißt es in der Mitteilung. Als Krisenmanager hat MCH derweil den früheren Chef des Basler Zigarrenherstellers Oettinger Davidoff, Hans-Kristian Hoejsgaard, an Bord geholt. Er soll als vorübergehender Chef den Transformationsprozess anstelle des vor einem Monat zurückgetretenen René Kamm vorantreiben.

Zwar verbuchte das Messeunternehmen im ersten Halbjahr trotz des spürbaren Ertragsrückganges bei der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld im Vergleich zu 2017 eine Steigerung des Ertrags um gut 16 Prozent auf etwa 356 Millionen Franken. Doch mit den einstigen Aushängeschildern wie der Art, der Swissbau, der Baselworld und der Muba hat das nichts mehr zu tun. Der Ertrag dieser Eigenmessen ging um zehn Millionen Franken zurück. Das Wachstum kam vor allem aus dem Bereich Live Marketing Solutions, also den Dienstleistungen für Dritte und nicht da zuletzt aus dem Geschäft des 2017 übernommenen US Event Marketing Dienstleisters MC2.

Unter dem Strich muss die MCH Group die Jahresprognose denn auch erneut nach unten korrigieren. Im operativen Geschäft rechnet sie nun mit einem im einstelligen Millionenverlust, unter anderem, weil die Entwicklungskosten für den Autosalon Grand Basel höher als geplant ausgefallen sind. Zudem sei davon auszugehen, dass eine weitere Wertberichtigung für die Messehallen in Basel anfalle. Diese könne zu einem Jahresverlust in dreistelliger Millionenhöhe führen, heißt es in einer Mitteilung. Bereits 2017 verbuchte die MCH wegen der Abschreibungen auf die Messehallen einen Bilanzverlust von mehr als 100 Millionen Franken.

Der Transformationsprozess, mit dem die Gruppe auf die Veränderungen im klassischen Messegeschäft reagiert, werde aber fortgesetzt. Die Erweiterung des Dienstleistungsangebots bleibe grundsätzlich auf der Agenda, wobei einzelne Initiativen erneut überprüft werden. Neben der Fokussierung auf die Projekte mit großen Potenzialen soll auch die Organisation gestrafft und Synergien besser genutzt werden. Der Prozess werde aber noch länger dauern. Zudem werde die künftige Auslastung der Basler Infrastruktur unter Berücksichtigung möglicher Entwicklungsszenarien des Messegeschäfts überprüft.

Die Fäden in der Hand halten soll dabei Hans-Kristian Hoejsgaard. Er werde bis zur definitiven Neubesetzung die operative Leitung (CEO) interimistisch ausüben. Der 60-jährige Däne hat über 30 Jahre Erfahrung in leitenden Funktionen in der Luxus- und Konsumgüterindustrie und inzwischen ein eigenes Beratungsunternehmen. MCH sei froh, einen "derart erfahrenen Manager" gewonnen zu haben, kommentiert Verwaltungsratspräsident Ulrich Vischer die Personalie. Hoejsgaard werde eine wertvolle Verstärkung sein.