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22. November 2009 11:47 Uhr

Baden-Württemberg

Nils Schmid wird neuer SPD-Chef im Land

Die SPD-Basis hat gesprochen: Der 36-jährige Nils Schmid soll Parteichef in Baden-Württemberg und damit Nachfolger von Ute Vogt werden. Fraktionschef Claus Schmiedel landete nur auf Platz drei.

  1. Nils Schmid, Parteivize Hilde Mattheis und Fraktionschef Claus Schmiedel (v.-l.n.r.). Foto: dpa

Die Mitglieder kürten Schmid in einer Urwahl zu ihrem Vorsitzenden. Der Jurist setzte sich klar gegen Parteivize Hilde Mattheis und auch gegen Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel durch.

Als faustdicke Überraschung gilt, dass der 58-jährige Schmiedel weit abgeschlagen auf dem dritten Platz landete. Schmiedel wurde immer wieder als möglicher Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2011 gehandelt, sollte Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner nicht antreten. Schmid hatte sich zuletzt indirekt für Gönner ausgesprochen.

Knapp die Hälfte stimmte ab

Die endgültige Wahl des neuen Vorsitzenden ist beim Landesparteitag am 27. und 28. November in Karlsruhe geplant. Das Votum der Parteibasis gilt aber als Vorentscheidung.

Schmid lag nach dpa-Informationen bereits nach der Auszählung der Erststimmen mit 46,7 Prozent vor seinen Konkurrenten. Die Ulmer Bundestagsabgeordnete und SPD-Vize Mattheis kam auf 29,2 Prozent, Schmiedel nur auf 23,2 Prozent. Daraufhin flog der Fraktionschef aus dem Rennen und auf allen Wahlzetteln mit Erststimmen für Schmiedel wurden die Zweitstimmen ausgezählt. Bei der Auszählung der Zweitstimmen lag Schmid mit 57 Prozent weit vor Mattheis mit 37 Prozent.

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Etwa 48 Prozent der knapp 40 000 Mitglieder beteiligten sich an der Urwahl. Damit gelang dem promovierten Juristen Schmid die Revanche für seine Niederlage gegen den 58-jährigen Schmiedel, der ihn Anfang 2008 im Rennen um die Nachfolge von Vogt im Fraktionsvorsitz noch hinter sich gelassen hatte.    

Schmid will Basis einbinden

Schmid ist seit 18 Jahren in der SPD und vertritt den Wahlkreis Nürtingen (Kreis Esslingen) seit 1997 im Landtag. Bei den zahlreichen Vorstellungsrunden vor der Mitgliederbefragung hatte der schmächtige Finanzexperte versprochen, im Falle seiner Wahl die Basis viel stärker einzubinden. Außerdem hatte er die Reform-Agenda 2010 verteidigt und erklärt, die SPD müsse deshalb "nicht in Sack und Asche gehen". Schmid ist mit einer Türkin verheiratet und hat einen Sohn. Der 36-Jährige hatte auch angekündigt, Migranten stärker einzubeziehen und sie auch in die Vorstandsarbeit einzubinden.

Die bisherige Vorsitzende Ute Vogt hatte nach dramatischen Verlusten bei der Bundestagswahl ihren Rückzug angekündigt.

Autor: dpa