Viel Kies für mehr Naturnähe am Ufer

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 11. September 2018

Basel

Die Vorbereitungen für Kiesschüttungen am Basler Rheinufer zwischen Wettstein- und Schwarzwaldbrücke haben begonnen.

BASEL (BZ). Das baselstädtische Tiefbauamt will bis zum Frühjahr 2019 zwischen Wettstein- und Schwarzwaldbrücke ein attraktiveres Rheinufer für Mensch und Natur schaffen. Am Montag haben die Vorbereitungen dazu begonnen. Wegen der Bauarbeiten ist beim Rheinschwimmen in diesem Abschnitt erhöhte Vorsicht geboten, teilte das kantonale Bau- und Verkehrsdepartment mit.

Bei der Wettsteinbrücke begannen die Vorbereitungen für die Kiesschüttungen am Kleinbasler Rheinufer. In einem ersten Schritt verbaut das Tiefbauamt Steinblöcke am Ufer. Die Steinhügel unter Wasser sorgen dafür, dass der neue Kies später nicht leicht davon geschwemmt wird. Die Bauarbeiten schreiten flussaufwärts voran. Nach den Vorbereitungen unterhalb des Schaffhauserrheinwegs folgen sie beim Tinguely Museum und dann bei der Solitude-Promenade. Danach erfolgen die Arbeiten am Großbasler Ufer.

Im Oktober bringt dann ein Kranschiff täglich bis zu 1400 Tonnen Kies von der laufenden Korrektur der Schifffahrtsrinne. Gearbeitet wird sowohl von einem Floß wie auch vom Ufer aus. Schwimmerinnen und Schwimmer werden dringend gebeten, genügend Abstand von den Baumaschinen halten. Grundsätzlich wird empfohlen, den Baustellenbereich zu meiden und erst unterhalb der Wettsteinbrücke im Rhein zu schwimmen. Das Tiefbauamt rechnet damit, die Arbeiten bis im Frühjahr 2019 abzuschließen.

Unterhalb des Schaffhauserrheinwegs verbreitert das Tiefbauamt mit dem Kies den bestehenden Strand um circa zwei bis vier Meter (bei mittlerem Wasserstand). Entlang des Ufers entstehen kleine Buchten und begrünte Inselchen, die Wassertieren als Rückzugsorte dienen. Stellen mit geringer Tiefe ermöglichen den Fischen das Laichen. Bei der Naturschutzzone unterhalb der Solitude-Promenade liegt der Fokus ganz auf der Natur. Dort sollen ausschließlich Lebensräume und Rückzugsorte für einheimische Pflanzen und Tiere entstehen. Dazu gehören etwa Fische wie die Nase, Kleinstlebewesen wie die gebänderte Prachtlibelle oder das Rohrglanzgras.

Auf der Großbasler Seite sind beim St.Alban-Rheinweg kleinere Aufschüttungen vorgesehen. So entstehen rund um das Rheinbad Breite sowie zwischen Waldenburgerstraße und Beim Letziturm kleine Kiesflächen. Schwimmende gelangen künftig von der Leiter des Rheinbads aus wieder direkt in tieferes Wasser. Um Littering vorzubeugen, sind im Sommer 2019 zwischen Wettstein- und Schwarzwaldbrücke zusätzliche Abfallbehälter und Eimer für Grillasche vorgesehen.

Für den Kanton belaufen sich die Kosten für die Kiesschüttungen auf rund zwei Millionen Franken. Der Bund unterstützt die ökologische Aufwertung darüber hinaus mit einer Million Franken. Der Kanton Basel-Stadt erhält den Kies von der laufenden Korrektur der Schifffahrtsrinne der Schweizerischen Rheinhäfen. So fallen beide Projekte günstiger aus, heißt es.