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25. November 2008
US-Regierung wirft Rettungsring für Citigroup
Angeschlagene Großbank erhält Kapitalspritze
NEW YORK (dpa). Die US-Regierung zog die Reißleine bei der Citigroup in letzter Minute. Nach einem immer rasanteren Absturz an der Börse befand sich der einst weltgrößte Finanzkonzern im freien Fall. Fast rund um die Uhr verhandelten Finanzministerium und Notenbank am Wochenende mit der Bankspitze – und spannten schließlich gerade noch rechtzeitig vor dem Start der Börsen in die neue Woche einen beispiellosen Rettungsschirm von mehr als 300 Milliarden Dollar. In Deutschland ist die Citigroup nicht mehr tätig: Die deutsche Tochter wurde im Juli von der Straßburger Genossenschaftsbank Crédit Mutuel übernommen.
Beim Krisentreffen in der Citigroup-Zentrale an der noblen New Yorker Park Avenue waren sich alle Beteiligten einig: Der Bankenriese ist "too big to fail" – zu groß, um in die Knie gehen zu dürfen. Die Schockwellen für die globalen Finanzmärkte wären enorm. "Die Folgen eines Zusammenbruchs von Citi wage ich mir gar nicht auszumalen", sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Klaus Peter Müller, am Montag erleichtert in einer ersten Reaktion. "Das wäre Lehman hoch zehn."
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Die Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers Mitte September schwebte ständig als Schreckgespenst über den Rettungsbemühungen für die Citigroup. Auch damals gab es hektische Verhandlungen an einem Wochenende. Doch als sich kein Käufer fand, ließ Finanzminister Henry Paulson das Traditionshaus mit deutschen Wurzeln zusammenbrechen – mit weltweit drastischen Folgen auch für deutsche Banken und Kleinanleger. Die Bundesregierung musste eigene Rettungsschirme aufspannen und Garantien abgeben.
Paulson wollte damals nach Ansicht von Beobachtern ein Exempel statuieren und bescherte der Finanzkrise einen neuen dramatischen Höhepunkt. Bei der Citigroup wagte nun keiner mehr Experimente. Der Staat beteiligt sich mit Vorzugsaktien für insgesamt weitere 27 Milliarden Dollar an dem angeschlagenen Riesen. 25 Milliarden Dollar hatte er bereits zuvor in die Bank gesteckt. Dazukommen Bürgschaften von bis zu 300 Milliarden Dollar.
Für Paulson und noch mehr für den künftigen US-Präsidenten Barack Obama sind die Probleme damit aber Experten zufolge nicht gelöst: Denn nun könnten noch mehr Banken als ohnehin um Hilfe rufen. Und Spekulanten an den Finanzmärkten bekommen erneut Oberwasser: Sie prügelten den Kurs nach Ansicht von Citigroup-Chef Vikram Pandit zuletzt nach unten und trieben den Konzern damit in die Enge. Ähnlich war es bei Lehman Brothers und anderen gefallenen Banken-Ikonen. Viele in der Branche fragen daher: Wer ist das nächste Opfer der Spekulanten?
Autor: dpa
