BZ-Gastbeitrag

Wie Geschäftsreisende im Ausland eine gute Figur abgeben

Monika Matschnig

Von Monika Matschnig

Sa, 08. September 2018 um 14:24 Uhr

Beruf & Karriere

Andere Länder, andere Sitten: Was tun, um sich auch auf internationalem Busi ness parkett in puncto Kommunikation und Körpersprache si cher zu bewegen?

Für Reisende ist das Land der aufgehenden Sonne im wahrsten Sinne des Wortes manchmal eine verkehrte Welt: Ein harmloser Kuss in der Öffentlichkeit kommt der Pornographie nahe, wobei das zur Schau stellen der nackten Brust beim Stillen eines kleinen Kindes ganz normal ist. Das Herbeiwinken mit der nach unten gerichteten Handfläche würden wir als eine Geste des Fortschickens verstehen. Und da es sich nicht schickt, etwas zu verneinen, sagen Japaner zu vielem Ja, auch wenn sie eigentlich Nein meinen. Diese und weitere verwirrende nationale Eigenheiten sind für Fremde ohne Vorkenntnisse eigentlich nicht zu verstehen. Und noch schwieriger ist es, richtig und landestypisch zu reagieren.

Die verbalen und nonverbalen Eigenheiten und Unterschiede aller Länder und Kulturen zu kennen, ist jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Was also tun, um sich auch auf internationalem Businessparkett in puncto Kommunikation und Körpersprache sicher zu bewegen? So verständigen Sie sich optimal nonverbal und international:

» Machen Sie sich je nach Bedarf zum Experten. Informieren Sie sich über die kulturellen Gepflogenheiten Ihrer jeweiligen Geschäftspartner. Damit zeigen Sie nicht nur Respekt, sondern sorgen auch für eine bessere Kommunikation und Zusammenarbeit. Auf diesem Weg erweitern Sie auch Ihren eigenen Horizont.

Überprüfen Sie Ihre Wirkung: Unsere Körperhaltung und die Art, wie wir stehen, sitzen, gehen, gestikulieren oder blicken hinterlässt einen Eindruck. Sehr häufig sind wir die Ursache dafür, dass unser Gegenüber in einer bestimmten Art und Weise reagiert. Somit, bevor Sie internationale Partner beurteilen oder sogar verurteilen, schauen Sie in den Spiegel und arbeiten Sie an Ihrer Wirkung und Körpersprache.

Und zu guter Letzt, befassen sie sich mit den körpersprachlichen Signalen und Verhaltensweisen der jeweiligen Länder. Sie werden staunen, wie unterschiedlich diese sind. Hier drei Appetizer: Ja oder doch ein Nein? Ein Nicken wird fast weltweit als Zeichen der Zustimmung verstanden, es gibt aber auch Sonderfälle, in denen – wie bei den Indern, Pakistani oder Bulgaren – ein Hin- und Herwiegen des Kopfes das gleiche bedeutet. Das südländisch-arabische Kopfzurückwerfen, das griechische Augenbrauenhochziehen oder die japanische Variante, mit der Hand zu fächeln, sind häufig ein Zeichen von Verneinung.

Don´t touch me! Berührungen können zum Stolperstein werden. In südamerikanischen Gefilden ist es üblich, seinen Gesprächspartner rund 180-mal in der Stunde zu berühren. In Nordeuropa empfinden wir dieses Verhalten als aufdringlich. Ein Südamerikaner könnte umgekehrt bei einem typisch nordeuropäischen Gespräch mit geringer Berührungsintensität den Eindruck bekommen, er wäre seinem Gegenüber unsympathisch.

Die Crux mit den Gesten: Sie können nicht nur sehr unterschiedlich, sondern auch sehr missverständlich sein. Ein mit Daumen und Zeigefinger geformtes O gilt zum Beispiel in Nordamerika und vielen Teilen Europas als positives und zustimmendes Zeichen. Japaner symbolisieren auf diese Weise Geld. In Malta, Tunesien, Griechenland, der Türkei, Russland, Teilen Südamerikas sowie im Nahen Osten zählt das gestische O gar als äußerst obszöne und beleidigende Geste.

Mit nacktem Finger zeigt man nicht auf andere Leute. Doch es ist noch immer eine Lieblingsgeste westlicher Kulturen. In China, Indonesien und Sri Lanka ist diese Geste aber ein absolutes Tabu. Und in arabischen Kulturen kann man auf Ungnade stoßen, wenn mit der linken Hand etwas angenommen wird. Warum? Weil die linke Hand als unrein gilt und hygienischen Funktionen vorbehalten ist. Daher gehört sie auch beim Essen nicht auf den Tisch oder wird gar zur Nahrungsaufnahme benutzt.

Fazit: Denken sie immer daran, Gebärden werden sozial hervorgebracht und sind oft mehrdeutig. Somit informieren Sie sich und beobachten Sie gut. Achten sie auf genügend Einfühlungsvermögen, Sympathie, Akzeptanz, Neugierde und die Gewissheit, dass es Unterschiede gibt. Am besten agieren Sie nach dem Spruch des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry "Bist Du anders als ich, bist Du mir nicht abträglich, sondern vielmehr eine Bereicherung." Mit dieser Haltung haben Sie schon viel gewonnen.