Gefährdete Arten

Nachwuchs bei den Kleinen Kudus und Kordofan-Giraffen im Basler Zoo

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 17. Januar 2019 um 06:00 Uhr

Basel

Im Basler Zoo gab es Nachwuchs bei den Kleinen Kudus und den Kordofan-Giraffen, einer Unterart, die selten in Zoos gezüchtet wird. Beide Arten sind in der Natur gefährdet.

Am 22. Dezember kam im Zoo Basel das Giraffenkalb Penda zur Welt. Bereits im November und Dezember gab es mit der Geburt der Kleinen Kudus Pwani und Pendo im Antilopenhaus Nachwuchs. Kleine Kudus und Kordofan-Giraffen gelten in der Natur als gefährdet, heißt es in einer Pressemitteilung des Zoos vom Mittwoch.

Zwei Tage vor Heiligabend kam im Antilopenhaus ein Giraffenkalb zur Welt. Das Junge ist ein Weibchen und heißt Penda. Es ist Sophies (7) drittes Kalb, der Vater ist Xamburu (9). Nach der Geburt wog das Junge 57 Kilo und nimmt nun täglich rund ein Kilo zu. Von Beginn an trank Penda regelmäßig und war sehr aktiv. Bereits am 27. Dezember ging sie mit ihrer Mutter nach draußen und wagte auf ihren langen Beinen die ersten Spurts. Am 2. Januar durfte sie erstmals mit der Gruppe die Außenanlage inspizieren.

In der Wildnis leben nur noch rund 1400 Tiere

Mittlerweile interessiert sie sich bereits für festes Futter und kaut auf der Blattsilage herum. Neben Penda und ihren Eltern leben noch Onong (2), der Bruder von Penda, im Antilopenhaus sowie Osei (1,5), ihr Halbbruder und dessen Mutter Kianga (10). Osei und Onong werden in absehbarer Zeit den Zolli verlassen und laut Empfehlungen des Zuchtprogrammes für Kordofan-Giraffen in einen belgischen Zoo gehen.

Im Zoo Basel werden Kordofan-Giraffen gehalten. Diese Unterart gilt als stark gefährdet. Der Wildbestand beläuft sich auf nur noch rund 1400 Tiere, mit abnehmender Tendenz. Kordofan-Giraffen kommen im Tschad, im nördlichen Kamerun, in der zentralafrikanischen Republik und eventuell im westlichen Sudan vor. Lebensraumverlust, Kriege und Jagd setzen den Beständen zu. Umso wichtiger ist die Aufgabe von zoologischen Gärten, genetisch gesunde Populationen zu erhalten.

Von 374 Zoos, die weltweit registriert sind und ihre Daten ins Zoological Information Management System eingeben, halten nur 24 diese Unterart. Das sind 87 Tiere von fast 2000 in Zoos gehaltenen Giraffen. Die Geburt eines jeden Tieres ist wichtig, um den Bestand in Zoos genetisch gesund zu halten. Die Giraffen in Zoos ermöglichen, den Besuchern nahezubringen, dass Giraffen in ihrem natürlichen Lebensraum immer seltener werden. In Afrika leben nur noch rund 70.000 Giraffen.

Kleine Kudus sind sehr scheu und vorsichtig

Auch bei den Kleinen Kudus im Antilopenhaus hat es Nachwuchs gegeben. Am 24. November gebar Jina (6) ein weibliches Junges, das auf den Namen Pwani getauft wurde. Am 3. Dezember kam Pendo zur Welt. Das männliche Junge ist der Sohn von Cony (6). Die beiden Jungen und ihre Mütter sind wohlauf.

Kleine Kudus sind sehr scheu und vorsichtig. Die Mütter legen ihre Jungen gut versteckt in Büschen ab, während sie selber auf Futtersuche gehen. Erst nach vier Wochen beginnen die Jungen, den Müttern zu folgen. Dies können die Besucher derzeit im Antilopenhaus beobachten: Jungtiere und Mütter sind jetzt regelmäßig auf den Außenanlagen unterwegs, heißt es weiter.

Die grazilen Antilopen haben große braune Augen und regelrechte "Segelohren". Dies hilft ihnen, sich im afrikanischen Busch zu orientieren und Gefahren frühzeitig zu erkennen. Die scheuen Tiere benötigen im Zoo besondere Aufmerksamkeit, da sie sehr schreckhaft sind. Im Antilopenhaus steht ihnen eine spezielle Wurfbox zur Verfügung, die für das Publikum nicht einsehbar ist. Dorthin können sie sich jederzeit zurückziehen. Bei sonnigem Wetter können die Tiere auch im Winter auf die Außenanlage.

Kleine Kudus werden wegen ihres Fleisches gejagt

In Afrika kommen Kleine Kudus in Äthiopien, Sudan, Somalia, Kenia und Tansania vor. Ihr Bestand nimmt in der Wildbahn ab, da ihr Lebensraum immer mehr schwindet und sie wegen ihres Fleisches gejagt werden. Der Bestand wird auf 80.000 bis 100.000 geschätzt. Auch in Zoos ist diese Antilopenart selten anzutreffen. Weltweit findet man sie in nur in 26 Zoos, in Europa werden sie lediglich in 13 Zoos gehalten. Die Zucht dieser seltenen Tiere ist deshalb umso wichtiger. Der Zoo Basel züchtet Kleine Kudus seit 1956.