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20. Januar 2009

Neue Bilderwelten

Ausstellung von Brigitte Rost und Werner Windisch im Georg-Scholz-Haus.

WALDKIRCH. Im Georg-Scholz-Haus hat am Sonntag das neue Ausstellungsjahr begonnen. Der erste Anschein, diesmal würden zur Vernissage weniger Besucher als sonst kommen, täuschte: Einmal mehr waren der große Ausstellungsraum im Erdgeschoss überfüllt.

Benjamin Hoffman (Violine), Nah Yun (Klarinette), Marie Schmit (Cello) und Fran Petra (Kontrabass) begannen mit "u.s.w." von Irene Galindo Quero (die auch im Publikum war). Die – für diesen Zweck eindeutig zu lange – Musik hat das Gedicht "Ars poetica" von Jorge Luis Borges als Hintergrund: Pochende Rhythmik und "atmende" Klänge wechseln einander ab.

Die Freiburger Journalistin und Kunsthistorikerin Yvonne Ziegler führte ins Werk von Brigitte Rost und Werner Windisch ein. Brigitte Rost zeigt "Utensilien", in denen sie aus den Silhouetten von Alltagsgegenständen neue, ornamentale Bilderwelten formt. "Mehrere Bilder fordern die Mustererkennung des Auges heraus", so Yvonne Ziegler, zuweilen lösten sie sogar Schwindelgefühle aus. Laut der Kunsthistorikerin sind die monochromen Arbeiten von Werner Windisch immer als Bildobjekt – also Farbe und tragender Untergrund, der sowohl Papier, als auch Gips sein kann, zu verstehen.

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Aber auch Brigitte Rost, die sich in ihren Alltagsgegenständen-Bildern auf schwarze, graue und weiße Farbe nach strengen Regeln beschränkt, hat sich wieder der Farbe zugewendet. Yvonne Ziegler erläuterte, Brigitte Rost gehe mit Papier und Farbkästen in die Natur, sammele dort Farben, die sie nach Regeln auf Keilrahmen auftrage. Diese Arbeiten hinterlassen bei weitem nicht dieselben Eindrücke wie die ornamentalen Bilder.

Zuletzt noch einmal Musik: Sophie Catherin und Lucile Chionchini (Singstimmen) und Marie Schmit (Cello) musizierten "linea", ebenfalls von Irene Galinda Quero. Hier, erläuterte die Komponistin, ist das Gedicht "Limites", ebenfalls von Borges, der Texthintergrund. – Am Sonntag, 25. Januar, kommt Christoph Meckel nach Waldkirch. Meckel liest ab 11 Uhr aus seinem Buch "Wohl denen die gelebt" (Erinnerungen an Marie Luise Kaschnitz).

Info: Die Ausstellung im Georg-Scholz-Haus ist bis 1. Mai zu sehen: donnerstags 15 bis 20 Uhr, freitags/samstags 15 bis 18 Uhr, sonntags 10 bis 13 Uhr. Mehr auch unter http://www.georg-scholz-haus.de

Autor: Frank Berno Timm