Neue Tonträger

Metric: Zurück zu den Wurzeln

Sven Meyer

Von Sven Meyer

So, 23. September 2018 um 00:00 Uhr

Rock & Pop

Der Sonntag Die kanadische Indieband Metric war mit ihrer Fusion aus Wavepop, Punk und klassischem Indierock stets so etwas wie die Konsensband des guten Geschmacks. Bis vor drei Jahren.

Denn vor drei Jahren veröffentlichte Metric das ziemlich glattgebügelte Synthie-Sphären-Pop Album "Pagans in Vegas". Selbst das Markenzeichen der Band, Emily Haines charismatischer Gesang, verkam damals, wie der Musikexpress zu Recht monierte, nur noch zur bloßen Pose.

Die gute Nachricht nun: Mit ihrem neuen Album "Art of Doubt" meldet sich die Formation äußerst vital zurück. Gleich der düster donnernde Opener "Dark Saturday" entfaltet die Metric-typische Energie wie zu besten "Fantasies"-Zeiten. Kantige Gitarrenriffs geben den Ton an. Ein famoser Indierock-Moment! Emily Haines herblich-süßer Gesang transportiert dabei immer noch ein Gefühl jugendlicher Unbeschwertheit und erinnert an Yeah Yeah Yeahs’ Karen O., aber auch an Blondie.

Wie variabel Haines charismatische Stimme ist, beweist sie im Track "Dressed to Suppress", während "Now or Never Now" ein treibender Wave-Pop-Ohrwurm ist. Nicht alles auf diesem knapp einstündigen Album zündet, jedoch überwiegen die starken Momente. Ein schönes Comeback!

Sven Meyer
Metric, Art of Doubt, BMG