Neue Züge für 130 Millionen Euro

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Fr, 04. November 2016

Freiburg

Die Triebwagen sollen ab 2019 auf der Höllentalbahn und zwischen Freiburg, Breisach und Endingen rollen.

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Weiß-gelbe Lackierung, neu gestalteter Innenraum, elektrischer Antrieb und W-LAN: Die DB Regio hat Details zu den Zügen vorgestellt, die ab 2019 in Teilen des Netzes der Breisgau-S-Bahn rollen sollen. Die Triebwagen sind etwa auf der vielbefahrenen Höllentalbahn unterwegs und fahren von Freiburg nach Breisach und Endingen. Die 24 Fahrzeuge kosten laut dem französischen Hersteller Alstom 130 Millionen Euro.

Auf der Höllentalbahn und zwischen Freiburg, Breisach und Endingen sollen ab Dezember 2019 neue Züge rollen. Seit Ende September steht fest, dass DB Regio Baden-Württemberg den Verkehr auf der Ost-West-Achse betreiben wird. Dazu hat die DB Regio jetzt einen Vertrag mit dem Hersteller Alstom unterzeichnet.

Die neuen Züge kommen im neuen Design. Auf der Höllentalbahn wird das Rot der Züge gegen Weiß-Gelb ausgetauscht. Künftig sollen viele Züge im Nahverkehr in Baden-Württemberg mit einheitlichem Aussehen fahren. Auf vielen Strecken im Land wird der Fahrbetrieb neu ausgeschrieben. Dort, wo neue Züge eingesetzt werden, muss das neue Design übernommen werden. Auf den Strecken der Stuttgarter Netze etwa werden die Züge künftig in denselben Farben unterwegs sein.

Die Züge vom Typ Coradia Continental können als dreiteilige und vierteilige Elektrotriebwagen gefahren werden. In der kürzeren Variante verfügen sie über 164 Sitzplätze, in der längeren über 249. Ein Sprecher der Bahn teilte mit, dass die Züge sich sehr flexibel einsetzen lassen. Je nachdem, wie stark befahren ein Teilabschnitt ist, könnten die Züge gekoppelt oder getrennt werden. Laut DB Regio sollen die neuen Züge Mehrzweckbereiche besitzen, in denen ausreichend Platz für Rollstuhlfahrer, Fahrräder und Kinderwagen ist. Alle Fahrzeuge sind mit Steckdosen und kostenlosem W-LAN ausgestattet. Die Wagen werden videoüberwacht. Auch soll ein Informationssystem aktuelle Verbindungsdaten anzeigen. Die Züge sollen mit einer Klimaanlage ausgestattet sein. Die im Schnitt 20 Jahre alten Wagen, die derzeit auf der Höllentalbahn fahren, haben das nicht. Im Sommer gibt es deshalb öfters Beschwerden von Fahrgästen.

Herstellung und Lieferung der 24 Züge kosten laut einer Mitteilung Alstoms 130 Millionen Euro. Die Züge sollen in das Eigentum des Landes übergehen, DB Regio pachtet sie für 12,5 Jahre. So lange läuft der Verkehrsvertrag, der regelt, wer die Strecke befahren darf. Das Modell der Verpachtung bietet das Verkehrsministerium Betreibern an. Hintergrund ist, dass das Land zu günstigen Konditionen Kredite bekommt. Das Modell richtet sich eher an kleinere Betreiber, kann aber auch von der Bahn wahrgenommen werden.

Strecke ist künftig komplet elektrifiziert

Die neuen Züge fahren auf einem von drei Teilabschnitten des Streckennetzes Breisgau S-Bahn 2020. Der Abschnitt "Breisgau Ost-West" beinhaltet im Westen die Schienen zwischen Freiburg und Breisach sowie Gottenheim und Endingen. Hier fährt bisher die landeseigene SWEG und deren Ableger, die BSB. Im Osten umfasst der Abschnitt die Höllentalbahn von Freiburg bis Titisee-Neustadt, dazu die Strecke von Titisee nach Seebrugg. Hinter Neustadt geht es über Donaueschingen bis nach Villingen. Bislang enden die Züge in Neustadt, da der Rest der Strecke nicht elektrifiziert ist. Mit dem Ausbau der neuen Breisgau S-Bahn sollen alle Teile elektrifiziert werden.

Das Netz besteht aus zwei weiteren Teilen: der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Basel sowie dem sogenannten Freiburger Y. Das beinhaltet die Strecken zwischen Freiburg und Elzach, Freiburg und Münstertal sowie der Verbindung von Breisach und Riegel. Die Ausschreibungen dafür laufen, Entscheidungen werden im Frühjahr 2017 erwartet. Für den Betrieb hatten sich unter anderem die SWEG und die DB Regio beworben.